Der STANDARD-Podcast über Geld
00:00:17: Willkommen zu.
00:00:18: Lohnt sich das?
00:00:19: Der Standard-Podcast über Geld.
00:00:21: Wer es im Alltag gerne einfach hat, der zahlt mit Karte den Schwimmbad eintritt die neuen Schuhe oder auch den Café aber allermeistens eben mit Visa oder Mastercard.
00:00:30: dafür will die EU jetzt eine Alternative bieten und zwar den digitalen Euro als zusätzliche Zahlungsmöglichkeit.
00:00:37: zum Bargeld Die Gespräche dazu laufen gerade im EU Parlament.
00:00:42: zum Gesetzesrahmen Nur, viele Menschen sind trotzdem noch skeptisch demgegenüber.
00:00:47: Wird es unser Bargeld ablösen oder wird jetzt der Staat jede Zahlung sehen die wir tätigen?
00:00:53: Höchste Zeit also dass wir uns genauer anschauen worum es da eigentlich geht und deswegen habe ich dazu eingeladen.
00:00:59: Josef Meichenitsch, Direktor der österreichischen Nationalbank.
00:01:02: Hallo und vielen Dank fürs kommen!
00:01:04: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:05: Wir legen hier sofort los, aber davor noch ein kurzer Hinweis lieber Hörerinnen und Hörern.
00:01:10: Wenn ihr die ersten sein wollt, die eine Folge von uns hören dann abonniert uns doch bitte unter allen gängigen Podcast-Plattformen Dann verpasst ihr auch nie eine neue Folge von Uns!
00:01:19: Ja Herr Meichenitsch Sie haben in einer Pressekonferenz kritisiert dass Die Abhängigkeit im Zahlungsverkehr ähnlich ist wie beim russischen Gas oder wenn zum Beispiel Halbleiter fehlen.
00:01:30: Warum ist es jetzt ein Problem wenn ich mit Visa oder Mastercard zahle?
00:01:34: Nun, wir haben in der Vergangenheit gesehen dass Abhängigkeiten von einem Anbieter immer problematisch sind.
00:01:40: Also das haben wir in Österreich zuletzt sehr schmerzhaft erlebt beispielsweise bei der Abhängigkeit bei Chips aus China oder bei der der Medikamentenlieferungen aus China während der Covid-Zeit.
00:01:51: Wir haben das sehr schmerzlich erlebt, da während der Zeit des russischen Angriffskrieges in der Ukraine wo plötzlich die Gasrechnung sich verdoppelt haben, wo man Sorge haben musste ob es überhaupt noch Gas gibt in ausreichender Menge.
00:02:04: und dass sind eben die Zeichen die passieren können wenn man von einem Anbieter abhängig ist.
00:02:09: Und das gibt es auch beim Bezahlen.
00:02:11: Auch beim bezahlen mit der Karte sind wir abhängigt nämlich von einem beziehungsweise zwei US-amerikanischen Anbieten Visa und Mastercard.
00:02:19: In Europa ist es so, dass zwei Drittel aller Kartentransaktionen, aller Kartenzahlungen mit Visa & Mastercard getätigt werden.
00:02:26: In Österreich ist diese Abhängigkeit noch höher?
00:02:28: In Österreich sind es so das Ninzig Prozent aller Kartenzahlungen mit Mastercard gemacht worden.
00:02:34: Das heißt wenn Sie heute einkaufen gehen Zum Bäcker gehen, wenn sie zum Friseur gehen dann zahlen Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nämlich neun von zehn Mal.
00:02:42: Wenn Sie die Karte zücken – mit Mastercard.
00:02:44: und das ist eine Abhängigkeit, die ist zu stark und die wollen wir angehen mit dem digitalen Euro als Lösung weil mit dem Digitalen Euro wir die Unabhängigkeit Europas schaffen.
00:02:55: Ja warum ich mit dieser Frage gleich eingestiegen bin?
00:02:57: Weil es ja eben darum geht dass der digitale Euro dann eine Alternative dazu ist also eben diese Abhängigkeiten zu verringern.
00:03:04: aber was bedeutet er denn jetzt Wirklich dieser digitale Euro, es können sich glaube ich trotzdem noch viele Menschen nicht so viel darunter vorstellen wie das dann wirklich ablaufen soll wenn er eingeführt wird.
00:03:13: Also wie auch schon kommuniziert wurde soll er nicht das Bargeld ablösen sondern eine Alternativ oder eine zusätzliche Möglichkeit dazu sein also eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit.
00:03:24: Wie können sie uns jetzt den digitalen Euro so erklären dass man jetzt mal sich überhaupt scheit was darunter vorstellen kann?
00:03:30: Und ich glaube am besten ist es sich den digitalem Euro als Zwilling zum Bargeld vorzustellen.
00:03:34: Also wir bringen alle Vorteile, die das Bargeld hat in den digitalen Raum.
00:03:38: Weil was man mit Bargeld nicht machen kann ist beispielsweise online zu bezahlen, online Shopping – das kann man mit bargeld nicht tun.
00:03:45: Das wird mit dem digitalen Euro möglich sein.
00:03:47: also der digitale Euro bringt alle vorteile des Bargelds in den Digitalen Raum und das sind im Wesentlichen drei ganz große Vorteile.
00:03:54: Das ist erstens, dass er im gesamten Eurerraum zur Verfügung steht.
00:03:58: D.h.,
00:03:58: im gesamtem Euroraum können Sie mit dem digitalen Eurer bezahlen so wie das auch mit Bargeld möglich ist.
00:04:03: Zweitens ihre Daten sind geschützt also die Privatsphäre ist absolut gegeben.
00:04:08: Es wird genauso sein wie mit dem Bargeld.
00:04:10: Sie können mit der sogenannten Offline-Funktion von Person A zu Person B Geld überweisen, ohne dass nur irgendjemand das sehen wird.
00:04:18: und die dritte Vorteil des Bargelds, den den digitalen Raum gebracht wird ist, dass es vollkommen kostenlos ist.
00:04:24: Das heißt eine Transaktion wenn sie bezahlen mit dem digitalen Eurer wird sie das als Konsumentin, als Konsumint nichts kosten genau so wie wenn sie das mit dem bargeld machen würden.
00:04:34: Das heißt, ich brauche aber nicht unbedingt auch Internet dazu zu bezahlen.
00:04:37: Es geht doch alles offline?
00:04:39: So ist es – das ist eine große Neuerung im Vergleich zum Status quo die Möglichkeit Offline zu bezahlten.
00:04:46: Es wird so sein wenn Sie keine Internetverbindung haben in Österreich kann das beispielsweise am Berg sein oder auch wenn das Internet oder Strom mal ausfallen sollte.
00:04:54: also in einer Krisensituation wird es die Möglichkeit geben mit dem digitalen Euro auch offline zu bezahlen.
00:05:00: Und die Offline-Funktion des digitalen EUR hat eben diesen enorm hohen Datenschutzstandard, der wie bei Bargeld so geschehen wird dass man von Person A zu Person B oder als Person A mit einem Händler eine Transaktion tätigt und eine Zahlung tätigt, die vollkommen anonym bleibt.
00:05:17: Und warum ist es jetzt besser wenn ich direkt mit dem Zentralbank Geld bezahle?
00:05:22: Also wo liegt da der Vorteil?
00:05:24: Der Vorteil liegt im Wesentlichen in der Unabhängigkeit Also, dass niemand uns sagen kann ob das Bezahlsystem funktioniert oder nicht.
00:05:32: Wir haben da sehr gesehen.
00:05:33: die Politik der USA war zuletzt relativ nicht ganz konsistent.
00:05:37: immer sagen wir mal so und es hat uns vor Augen geführt wie wichtig ist auch ein eigenes System zu haben damit wir selbst entscheiden können dass unsere Systeme funktionieren.
00:05:46: aber wichtig ist Auch der österreichischen Nationalbank ist die Wahlfreiheit sehr wichtig.
00:05:50: Das heißt, wir verpflichten niemandem dazu mit dem digitalen Eurer zahlen zu müssen.
00:05:54: Wir verpflichtern auch niemanden dazu, mit Bargeld zu bezahlen, sondern die Menschen sollen so bezahlen wie sie das wollen – mit Bargelt und Karte zukünftig ab dem Jahr nach dem Jahr.
00:06:05: Wir stellen die jeweilige Infrastruktur zur Verfügung.
00:06:08: Das machen wir beim Digitalen Euler mit Serverstruktur und einer Software.
00:06:13: Das tun wir bei Bargeld eben mit dem Druck des Bargeldes.
00:06:16: Und die Menschen können selbst entscheiden, wie sie bezahlen wollen!
00:06:19: Zu der ganzen Infrastruktur möchte ich auf jeden Fall gleich noch zurückkommen.
00:06:22: Zuvor möchte ich die Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht noch ein bisschen abholen, wie jetzt der Stand der Dinge ist also.
00:06:27: Die EU führt jetzt gerade Gespräche zu dem digitalen Euro und wie und wann er sozusagen kommen soll?
00:06:34: Wie sicher ist es denn überhaupt dass jetzt im Jahr zwanzig neunundzwanzig der digitale Euro wirklich durchstattet
00:06:39: Wenn es nach Hunz geht, wenn es nach der Nationalbahn geht dann wird es Mitte zwanzigneunzwanzig möglich sein mit dem digitalen Eurer zu bezahlen für alle Menschen im eurer Raum und die Vorzeichen dafür stehen sehr gut.
00:06:51: Also das europäische Parlament hat erst vor einem Monat seine Positionierung abgeschlossen.
00:06:56: somit haben alle drei Gesetzgeber auf europäischer Ebene also Kommission, Rat und Parlament sich für den digitalen Euro ausgesprochen.
00:07:03: und jetzt im zweiten halbjahr, zwanzig, sechsundzwanzig findet der sogenannte Trilog statt.
00:07:07: Da kommen die drei zusammen und schließen einen Kompromiss zu ihren Positionen.
00:07:12: aber die gute Nachricht ist alle drei haben sich schon dafür ausgesprochen.
00:07:15: das heißt es geht ja nur mehr um Details in diesen Verhandlungen.
00:07:18: jetzt im Zweiten Halbjahr, sechsobald das beschlossen ist sobald der Trilogy zu Ende ist wir rechnen damit Ende des Jahres starten unsere technischen Vorbereitungen.
00:07:26: das heißt wir schaffen dann die Infrastruktur.
00:07:29: Wir schauen auch dass wir mit den Banken gut arbeiten, weil der digitale Euro soll im Wesentlichen ja als eine App in den bestehenden Banking-Apps der Geschäftsbanken kommen.
00:07:39: Und im Jahr zwanzigundzwanzig zahlen wir dann schon mit dem digitalen Euro?
00:07:42: Und sind jetzt auch in der Branche also in der Bankenbranche ist die Skepsis da schon wieder vorbei.
00:07:46: es gab ja doch auch einige die sich noch nicht ganz so positiv gezeigt haben.
00:07:50: ich glaube die Reifeisen und die Bauwachs sind ja diejenigen die in der Testphase dabei sein werden und die Reiffeisen war ja skeptisch am Anfang ist das jetzt vorbei also hat man sich da umgestimmt.
00:08:00: Nun ich glaube Die größte Sorge, die man haben kann sowohl als Nationalbank wie auch als Geschäftsbanken ist dass das Zahlungssystem ausfällt.
00:08:08: Also wenn das Zahlungssystem anstelle sich vor, wie es und Mastercard würden einen Tag lang nicht funktionieren – aus welchen Gründen auch immer – welche wirtschaftlichen Auswirkungen das hätte, wenn wir plötzlich nicht mehr unsere Rechnungen bezahlen könnten?
00:08:21: Wenn wir tagtäglich nicht unseren Café bevor wir vielleicht ins Büro gehen bezahlen können?
00:08:25: Das hätte dramatische Auswirklungen für die Wirtschaft!
00:08:28: Und das ist mal die größte sorge Und wenn man von der absieht und ich glaube wir teilen alle das Ziel, dass wir uns als Europa unabhängiger machen müssen.
00:08:36: Wenn man von dieser Sorge mal absieht dann gab es Detailsorgen des Bankensektors die wir sehr ernst genommen haben wo wir sehr viele Gespräche geführt haben auch ein paar Maßnahmen beim digitalen Eurer dann auch mit eingeführt haben und da bin ich ganz guter Dinge, dass das ein schöner gemeinsamer Weg wird den digitalen eurer dann gemeinsam mit dem Banken einzuführen.
00:08:54: Aber auch bei den Menschen also Bei Bürgerinnen und Bürgern gab es einige Sorgen, vor allem das Thema wird das Bargeld abgeschafft oder dann auch die staatliche Überwachung, die viele Menschen gefürchtet haben.
00:09:06: Was jetzt in digitalen Euro betrifft?
00:09:09: Wie ist das denn mit dieser staatlichen Kontrolle?
00:09:11: Muss man sich da wirklich Sorgen machen?
00:09:13: oder was können Sie da entgegnen?
00:09:15: Da muss man sich gar keine Sorgen machte.
00:09:17: ich glaube Sorgen kann man sich zum Status quo Denn wenn einem die Privatsphäre wichtig ist, der Datenschutz wichtig ist.
00:09:24: Dann hat man im Status quo eine schwierige Situation.
00:09:27: Weil heute ist es so, wenn Sie ins Geschäft gehen und mit Ihrer Karte bezahlen dann hat Ihre Bank diese Daten, dann hat vor allem aber auch Mastercard diese Daten.
00:09:37: Und diese Daten verlassen erstens den europäischen Kontinent gehen in die USA und diese Daten werden natürlich auch verwendet, um Geld damit zu machen.
00:09:45: Das ist ganz legitim im wirtschaftlichen System.
00:09:48: D.h.,
00:09:48: da werden dann eben zur Werbezwecke diese Daten verwendete.
00:09:52: Was der digitale Euro schafft ist dass diese Daten nicht mehr an die USA gehen und das diese Daten auch nicht kommerzialisiert werden.
00:09:59: d.h.
00:09:59: die EZB hat kein Interesse daran mit den Bezahltaten, Geschäft zu machen.
00:10:05: Es wird sogar gesetzlich ausgeschlossen sein.
00:10:07: also die ZB wird niemals Einzeltransaktionen sehen.
00:10:09: Die zb wird nie sehen wo sie einkaufen was sie zum Frühstück essen oder am Abend sondern wird immer nur aggregierte Daten sehen.
00:10:17: man muss auch sehen das werden circa sechzehntausend Transaktionen pro Sekunde sein mit denen wir rechnen im Euroraum im Vollausbau als ab zwanzig neunundzwanzig.
00:10:26: es ist also quasi weder technisch möglich noch gesetzlig vorgesehen.
00:10:30: der Datenschutz wird sich sogar verbessern.
00:10:33: Das heißt, auch so eine Überwachung vom Staat sozusagen kann man ausschließen.
00:10:38: dann dass jemand Einblick hat in mein digitales Euro-Geldbösel sozusagen.
00:10:43: Schließe ich vollkommen aus und sie werden mit dem offline digitalen EUR sogar die Möglichkeit haben das nicht mal ihre Bank die Transaktion sieht.
00:10:51: also wenn Sie mit dem offenen digitalen Euro bezahlen von Person A zu Person B Geld übergeben ist es genauso wie wir Ihnen heute einen zehn Euro Schein von a zu b übergeben
00:11:01: Und das Thema Bargeld abschaffen.
00:11:02: Also können Sie da auch den Menschen die Ängste nehmen, die jetzt vielleicht Angst haben dass es kein Papiergeld mehr geben soll?
00:11:10: Ja, Bargeld bleibt!
00:11:11: Das kann ich Ihnen versichern.
00:11:13: Es ist so... EU-Verordnung zum digitalen Eurer, das nennt sich Single Currency Package auf unserer bächer Ebene.
00:11:20: Warum das?
00:11:20: Weil nämlich zwei Währungsarten damit verbunden sind.
00:11:23: Das wird einmal der digitale Eurer eingeführt und die Annahmepflicht damit geregelt.
00:11:27: D.h.,
00:11:27: der Handel muss den digitalen eurer dann auch annehmen und es wird gleichzeitig aber auch eine Annahmepflicht für Bargeld eingefügt.
00:11:34: Die gibt es nämlich heute noch nicht.
00:11:35: Heute kann man das Annehmen von Bargeld als Handel ausschließen, dass wir in der Zukunft nicht mehr möglich sein.
00:11:41: Das ist das eine und ich glaube das andere.
00:11:44: Man kann ganz gut zeigen, dass wir als österreichische Nationalbank ein großes Interesse haben, das die Menschen weiterhin auch mit Geld bezahlen können.
00:11:51: Weil eben diese Wahlfreiheit und so wichtig ist... Und wir haben ja selbst eine Initiative gestartet, wo wir bis zu hundertzwanzig Bankkomaten im ländlichen Raum aufstellen.
00:12:00: Um eben in solchen Regionen, wo die Bargeldversorgung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist wieder den Zugang zur Bargeld zu haben?
00:12:06: Ich habe es selbst auch zwei Bankkomaden eröffnet einmal in Niederösterreich, einmal in Burgenland und gesehen wie wichtig es dem Menschen ist dass sie da wieder Zugang zu Bargeld haben.
00:12:15: also wird zwingen niemand zum Bargeld.
00:12:17: Wir stellen aber die Infrastruktur bereit das man mit Bargeld bezahlen kann genauso wie mit dem digitalen Eurer.
00:12:23: Und nochmal zurück, Sie haben auch den Datenschutz beziehungsweise die Privatsphäre angesprochen.
00:12:27: Wie sieht es denn da dann wirklich aus?
00:12:30: Also es heißt doch der digitale Euro soll nicht programmierbar sein.
00:12:34: was bedeutet das eigentlich?
00:12:35: Nun es gab ursprünglich Ideen in verschiedenen Ländern eine digitale Währung auch programmierba zu machen also auf der sogenannten sowie Blockchain Artik das zu machen damit alle Transaktionen noch nachvollziehbar sind.
00:12:49: Das hat sich etabliert in Ländern, wo Korruption ein sehr großes Thema ist.
00:12:54: Beispielsweise hatte ich zuletzt einen Treffen mit meinem Kollegen der Zentralbank aus Kasachstan.
00:12:58: Die machen das dort so und die machen die Digitalwährung programmierbar um eben... Betrug und Korruption besser ausschließen zu können.
00:13:06: Bei uns in Österreich und Europa stellt sich die Situation ganz anders dar, wir haben uns ganz klar dazu entschieden keine programmierbare Variante zu machen sondern es wirklich als reines Bezahlsystem zu organisieren damit auch Zahlungen nicht nachvollziehbar sind.
00:13:21: Das heißt, es hat auch überhaupt keine Ähnlichkeit mit Kryptowährungen.
00:13:24: Das hat ganz gar keine Änglichkeit mit Krypta-Währungen!
00:13:27: Es ist sogar das Wort Krypta Währung schon ums Leading sozusagen weil da handelt es sich um keine Währungen sondern um Assets.
00:13:34: also Krypta Assets sind ja keine Wärungen mit denen man bezahlen kann.
00:13:38: niemand bezahlt mit Krypthoasset einen Kaffee oder ein Frühstück Sondern mit Krypton Assets kann man spekulieren Man kann auf die Wertsteigerung hoffen aber eben nicht bezahlen.
00:13:48: Der digitale Euro ist was ganz anderes, der digitale Euro bietet keine Wertsteigerung sondern erbietet Wertstabilität, Sicherheit in der Wertehaltung und vor allem die Möglichkeit zu
00:13:59: bezahlen.".
00:14:00: Und wie nutze ich dann letztlich den digitalen Euro im Geschäft?
00:14:03: Also wie kann man sich das vorstellen?
00:14:04: jetzt hat man zum Beispiel auf dem Handy die Karten gespeichert die man so hat habe ich da zum Beispiel ein Geldbörsel wo dann dieses digitale Bargeld drinnen ist und ich kann das wirklich dann überall nutzen.
00:14:15: Und muss sich es nutzen?
00:14:16: Also wie kann man sich das vorstellen, wenn ich jetzt überlege... Ich gehe dann in den Supermarkt in den supermarkt damit einkaufen.
00:14:22: also vorweg Sie müssen es nicht nutzen sie können es nutzen.
00:14:26: Aber der digitale Euro wird in verschiedenen Varianten kommen.
00:14:28: Also die wesentlichste Variante wird sein, er kommt als App und zwar die digitale EUR-App, die Sie beladen können oder auch nicht, in der sie aber jedenfalls bezahlen können, die wird integriert sein in die App Ihrer Geschäftsbank.
00:14:40: Deswegen haben wir Sehr große Projekte mit allen Geschäftsbanken in Österreich, aber auch in Europa und sie haben es vorhin angesprochen.
00:14:46: Es wird doch eine Belotphase geben, so eine erste Phase wo man mit den Banken gemeinsam testet wie funktioniert das?
00:14:53: Wo man auch noch Fehler machen kann was sogar gut ist weil man sich dann auch verbessern kann.
00:14:57: Aber für die Konsumentinnen wird es so sein dass man den digitalen Euro mit dem Handy verwenden kann Weil er in der Online Banking App der Bank drinnen.
00:15:07: Diejenigen Menschen, die gerne nicht mit einer Online-App zahlen und nicht mit dem Handy bezahlen können sie auch als Karte verwenden.
00:15:13: Also man wird den digitalen Eurer auch als karte verwinden können.
00:15:16: Das heißt kurz gesagt es wird für jeden was dabei sein?
00:15:20: Jetzt soll es aber auch ein Halter Limit geben also bis zu einer gewissen Summe.
00:15:25: ich glaube es waren dreitausend Euro ungefähr.
00:15:28: Bis zur dieser Summe soll man den digitalem Euro haben können.
00:15:30: ist das jetzt noch immer der Fall?
00:15:32: also wird es ein Limit gegeben was man haben darf und warum eigentlich.
00:15:36: Das ist so, dass wir ja auch auf die Finanzmarktsstabilität schauen müssen als Nationalbank.
00:15:44: Und die Finanzmarkt-Stabilität ist in einer Krisensituation dann gefährdet wenn in einem Moment plötzlich alle Menschen ihre Gelder abziehen und woanders hingeben.
00:15:53: also Die Idee das in einer krisen Situation die menschen ihre gelder abziehen und zur zp geben weil sie vermeintlich sicherer ist das ist nicht ganz von der hand zu weisen und deswegen haben Wir ein halte limit eingeführt damit eben nicht alle ihre Gelder sofort in einem Moment zur EZB geben können.
00:16:11: Die Höhe dieses Halterlimits wird noch festgelegt werden, das wird gut Daten basiert sein.
00:16:15: da wird die EZP auf Basis von Meldetaten der Banken sich das ansehen und Rat und Parlament werden Einspruchsmöglichkeiten haben.
00:16:22: aber das ist wichtig um das gesamte Finanzmarktsystem stabil zu halten.
00:16:27: Und welche Vorteile habe ich jetzt letztlich?
00:16:31: Wir haben ja schon über die Unabhängigkeit gesprochen, dass meine Daten nicht in die USA gehen.
00:16:36: Aber wird irgendwas für mich günstiger werden?
00:16:39: Wäre ich da irgendwie da Vorteile sehen was Zahlungen
00:16:42: betrifft?".
00:16:43: Also es gibt zunächst mal die Vorteile das es überall in Europa anwendbar sein wird, dass die Transaktion immer gratis ist mit dem digitalen Euro und dass ihr Datenschutz gewährleistet ist.
00:16:53: Es gibt aber dann auch noch handfeste Vorteile zwei nämlich der eine Er wird sehr leicht zu verwenden sein.
00:16:59: Also wir sind in den Vorbereitungsphasen sehr bemüht, das so zu gestalten dass es extrem leicht und einfach sein wird mit dem digitalen Eurer zu bezahlen.
00:17:07: Das wird kein komplexes Prozedere sein.
00:17:09: Und das andere ist Es wird auch billiger werden und zwar vor allem für den Handel.
00:17:13: Der Handel hat nämlich heutzutage aufgrund der Monopol-Situation der Zahlungssystemanbieter sehr viele Gebühren zu zahlen.
00:17:20: Wenn Sie heute an ein Geschäft gehen und um hundert Euro was einkaufen dann Zahlen sie zwar hundert Euro, der Händler oder die Händlerin bekommt aber in der Regel nur um die Achtundneunzig.
00:17:29: Weil zwischen ein und drei Prozent an Gebühren fehlig werden.
00:17:32: Und das sind vermeintlich kleine Dinge.
00:17:34: Ein Prozent hört sich nicht viel an.
00:17:36: Aber Sie müssen sich das vorstellen... Der Händler bei dem sie waren sagen wir dass es ist ein Schuhhändler, der verkauft jeden Tag X-Schuhe und jedes Mal fällt ein oder zwei Prozent an Gebühren an.
00:17:45: Das heißt das leppert sich zusammen und diese Unternehmen haben oft auch eine schwierige Situation und da wird jeder Eurer eigentlich auch umgedreht.
00:17:53: Und mit dem digitalen Euron werden diese Gebühren merklich, nämlich tastisch reduziert.
00:17:58: Das heißt wenn Sie als Konsumentin oder als Konsumant dann mit dem Digitalen Eurer bezahlen bleibt mehr bei Ihrem Händler, bleibt mehr in der Region.
00:18:06: Okay und wir haben jetzt aus schon Beginn gehört dass eben die Trilogverhandlungen schon begonnen haben.
00:18:13: Weiß man da schon irgendwas, also wie die Gespräche laufen?
00:18:16: ist alles im Zeitplan oder gibt es noch irgendwie Widerstand?
00:18:20: Also weiß man da irgendwas was wir auch wissen sollten.
00:18:24: Nun ich glaube das wichtigste ist dass sich alle drei wichtigen Institutionen auf europäischer Ebene schon für den digitalen Eurer ausgesprochen haben.
00:18:32: der Trilog also dieser Prozess wo die drei jetzt sich zu einem Kompromiss durchringen Der wird im zweiten halb Jahr zwanzig sechsundzwanzig durchgeführt.
00:18:40: Da gibt es Die eine oder andere technische Frage, aber keine großen Knackpunkte die den digitalen Euro in Summe als Projekt noch aufhalten würden.
00:18:49: Ich habe selbst auch eine Zeit lang an der irischen Zentralbank gearbeitet in Dublin und kenne daher den irischen Notenbank-Gouverneur sehr gut.
00:18:57: Der hat mir im persönlichen Gespräch versichert dass sie alles daran setzen werden das in diesem zweiten halben Jahr durchzusetzen weil Irland jetzt gerade die Ratspräsidentschaft hat und Irland möchte das auch im zweiten Halbjahr zwanzig sechsundzwanzig fertig machen.
00:19:10: Da bin ich zuversichtlich.
00:19:11: Aber es wird ja auch ein sehr teures Projekt, wie ich auch gelesen habe.
00:19:14: also so mehrere Milliarden Euro soll das eben schon kosten?
00:19:17: Dann gibt's ja auch noch ein bisschen Streit darum wer soll das im Endeffekt zahlen und wer wirds zahlen?
00:19:22: Nun für ein europäisches Projekt ist es gar nicht teuer.
00:19:25: Also da gibt es zwei Aspekte.
00:19:26: Das eine ist was kostet das für das System der Zentralbanken.
00:19:30: Das wird circa eine Milliarde an Investitionskosten sein und im laufenden Betrieb kostete es dann dreihundert Millionen Euro.
00:19:36: Das ist für ein System, das sechzehntausend Transaktionen in der Sekunde abwickelt.
00:19:41: Nicht besonders teuer!
00:19:43: Der zweite Aspekt ist die Kosten für die Privatwirtschaft.
00:19:46: also die Banken vor allem müssen natürlich auch ihre Online-Banking-Apps so gestalten dass sie kompatibel sind mit der App des digitalen Eurer.
00:19:53: Auch das wird natürlich etwas kosten.
00:19:55: ältere Geräte müssen vielleicht auch getauscht werden.
00:19:58: Das heißt hier rechnen wir mit einmaligen Investitionskosten von circa fünf bis sechs Milliarden Euro Große Zahl, wenn man sie zum ersten Mal hört.
00:20:06: Wenn man aber bedenkt dass sie für die gesamte europäische Union gilt ist es keine große Zahl.
00:20:12: Es macht ungefähr drei Prozent der IT-Change der Bankkosten an Also das was die Banken normalerweise für IT ausgeben.
00:20:19: ist es drei Prozent also absolut verkraftbar Für so ein Projekt das uns im Wesentlichen unabhängig macht?
00:20:26: Ich vergleiche das immer mit dem Projekt Galileo.
00:20:29: Das war vor zwanzig Jahren gab's eine ähnliche Situation in Europa.
00:20:32: Damals war die Situation Soll man europäische Satelliten schaffen, ja oder nein?
00:20:37: Und es gab viele Kritiker.
00:20:38: Es gab auch damals das Kostenargument.
00:20:40: Das hat interessanterweise auch ähnlich viel gekostet und war in der Kategorie fünf bis sechs Milliarden Euro.
00:20:45: Man hat sich damals dafür entschieden diese Satellite zu machen – auch wenn es schon US-amerikanisches Satellitengab im Orbit.
00:20:52: Heutzutage sind diese siebenundzwanzig Satellitten eben im Orbet Und wir alle arbeiten damit.
00:20:58: Wir alle nutzen sie tagtäglich, wenn wir von A nach B gehen an unseren Geräten am Handy.
00:21:03: die gesamte europäische Wirtschaft basiert auf diesen Satelliten und wenn beispielsweise die US-amerikanischen Satellieten anderswo in der Welt einen jaggenen Blick haben dann macht uns das nichts weil wir unsere europäischen Satellite haben.
00:21:16: also ich glaube dass hat sich hundertfach amortisiert.
00:21:19: diese Kosten und die Herausforderung dieser Zeit ist eben mehr im digitalen Bereich.
00:21:23: Und ich bin auch hier sicher, dass sich die Kosten sehr rasch, sehr gut amortisieren werden.
00:21:28: Apropos Herausforderungen vielleicht noch zu guter Letzt.
00:21:31: Die österreichische Nationalbank hat ja auch seinen Faktencheck gemacht und ein bisschen mit diesen Mythen aufgelöst, die es gibt online.
00:21:38: Was ist so ihr Mythos oder falsche Annahme um den digitalen Euro?
00:21:41: Mit der sie am allermeisten irgendwie aufklären wollen.
00:21:45: Was ärgert sich da vielleicht auch was da vielleicht in den Raum gestellt wird das gar nicht stimmt?
00:21:50: Nun, ich bin ja sehr viel unterwegs zum digitalen Euro in verschiedensten Formaten.
00:21:54: Ob das Podiumsdiskussionen im Haus der Europäischen Union sind oder Veranstaltungen wo Menschen aus allen Gebieten dabei sein können und Fragen stellen – die Frage, die es sehr oft kommt ist eigentlich die Frage zum Datenschutz?
00:22:09: Und da bin ich wie gesagt total zuversichtlich weil der Datenschütz durch den digitalen Eurer mit der Offline-Funktion im Vergleich zum Status quo noch verbessert wird, weil eben wie vorhin gesagt heutzutage mit den Daten Geschäft betrieben wird, das wird in der Zukunft mit dem digitalen Euro nichts sein.
00:22:26: Das zweite Argument ist auch die Frage nach wie wichtig es wirklich diese Unabhängigkeit zu haben?
00:22:32: Also sozusagen der normale Bürger, die normale Bürgerin sagt ja eh, Unabhängigkeit hört sich schön an nur was hilft mir das?
00:22:40: und dazu gibt's ein sehr schöneres ist vielleicht das falsche Wort, ein eindrucksvolles Beispiel Der Richter am Europäischen Gerichtshof Nikolas Goyou, das ist eine Franzose der in den Haag lebt, also in den Niederlanden lebt.
00:22:52: Der hat einen Urteil gefällt im Rahmen seiner Tätigkeit als Richter am Internationalen Strafgerichtshof zum israelischen Premierminister.
00:22:59: Das hat wiederum dem US-amerikanischen Präsidenten nicht gefallen und er hat daraufhin alle US-ammerkanischen Unternehmen angewiesen diese Person diesen Richter von den Bezahlfunktionen beispielsweise zu sperren.
00:23:10: D.h.,
00:23:11: der kann heute kein PayPal mehr machen, der kann nicht mit seiner Masterkarte zahlen, digitalen Bezahlmöglichkeiten mehr.
00:23:20: Er hat selbst gesagt, er fühlt sich wie zurückgeschossen ins Folge Jahrhundert und ich glaube sie haben ja auch im Standard sehr groß darüber berichtet unter dem Titel die digitale Auslöschung.
00:23:31: das ist genau ein Beispiel wo man sieht was alles passieren kann und dass kann uns allen passieren und deswegen ist es sehr wichtig die Unabhängigkeit hier auszugestalten mit den digitalen
00:23:41: Euren.
00:23:42: Ihr selber ausprobieren können Bürgerinnen und Bürger dann zwar frühestens erst Aber jetzt stehen ja erstmal die Gespräche in der EU weiter an.
00:23:51: Vielen Dank Herr Meichanich für den Besuch und fürs Gespräch!
00:23:56: Liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer, auch euch vielen Dank fürs Einschalten wieder einmal.
00:24:01: Wenn es Euch gefallen hat dann gibt uns doch bitte eine gute Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts oder wo auch immer Ihr Podcast hört Und Feedback und Fragen schickt ihr gerne an podcast atderstandard.at.
00:24:13: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.
00:24:16: Ich bin Melanie Reidel, tschau und bis zum nächsten Mal!