Der STANDARD-Podcast über Geld
00:00:17: Willkommen zu Lohntsichters, der Standard-Podcast über Geld.
00:00:22: Mein Name ist Anika Dang.
00:00:24: Was haben Bill Gates, Oprah Winfrey und Warren Buffett gemeinsam?
00:00:28: Sie alle haben einen bedeutenden Teil ihres Vermögens für soziale Zwecke gespendet.
00:00:33: Doch gerade in einem Sozialstaat wie Österreich stellt sich auch die Frage, welche Rolle freiwillige Wohltätigkeit überhaupt spielen sollte.
00:00:41: Ist die Finanzierung von Bildung, Gesundheit und Umweltschutzdurchspenden ein Zeichen gesellschaftlicher Stärke oder staatlichen Versagens?
00:00:50: Darüber spreche ich mit Samira Rauter.
00:00:52: Sie hat unter anderem das Haus der Philanthropie gegründet und ist Schifterin und Vorstände der People Share Foundation und der Stiftung Bildung Tomorrow.
00:01:00: Hallo und herzlich willkommen!
00:01:01: Ja, hallo.
00:01:02: Vielen Dank für die Einladung!
00:01:04: Bevor wir gleich anfangen noch ein wichtiger Hinweis an unsere Hörderinnen Es lohnt sich uns auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns hört zu abonnieren.
00:01:12: Dann verpasst ihr künftig keine neue Folge.
00:01:15: Liebe Frau Rautes Sie engagieren sich ja seit Jahren philanthropisch.
00:01:19: Wie sind sie denn dazu gekommen?
00:01:20: Oder was ist Ihre Motivation?
00:01:23: Dazu gekommen bin ich aus sehr persönlichen Gründen, selber aus dem Iran, sag' ich mal auch geflüchtet und mit meiner Familie in Österreich aufgenommen und aufgewachsen.
00:01:35: Und hier durch die Bildung, die ich genossen konnte zu einem gewissen Erfolg kommen hat mich dazu bewogen irgendwann einmal mir die Frage zu stellen habe ich eine Pflicht oder eine Verpflichtung etwas wieder weiterzugeben?
00:01:50: Auch aus Dankbarkeit, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:01:53: Und hatte das Glück, dass mein Mann sehr ähnlich auch gedacht hat und wir haben uns dann gemeinsam auf diese Reise begeben.
00:02:01: Also der Hintergrund ist, dass wir wirtschaftlich also unser Vermögen kommt aus der Immobilienwirtschaft.
00:02:07: Mein Mann macht schon seit vielen Jahren und wir jetzt als Familienunternehmen sind im Immobilian-Geschäft tätig.
00:02:14: Da hat sich irgendwann einmal für uns beide die Frage gestellt, wann ist es genug?
00:02:19: Wann kann man sagen, wir haben jetzt wirklich gut genug zum Leben.
00:02:23: Auch sage ich mal so dass es die nächste Generation noch sicher genug ist und wann können wir einfach für uns auch entscheiden wie möchten einen Teil unserer Ressourcen in der dem gesellschaftlichen Fortschritt widmen?
00:02:39: Wenn Sie sagen sie sehen die Philanthropie als eine moralische Verpflichtung oder das ist wirklich so eine persönliche Entscheidung
00:02:45: Ich würde sagen, dass eine geht ohne dem anderen nicht.
00:02:48: Also es geht Hand in Hand.
00:02:50: Es ist sowohl persönlich als auch eine moralische Entscheidung und es ist auch eine gewisse Verpflichtung.
00:02:57: wenn mein Mann sagt Kapital bringt Verantwortung und viel Kapital bringt viel Verantwortung.
00:03:03: Und genau nachdem motto leben wir auch und diese Verantwortung möchten wir gerecht werden In unserem sozialen Engagement.
00:03:11: Jetzt habe ich ja Eingangs schon erwähnt.
00:03:13: Gerade in den USA gibt es prominente Namen wie Bill Gates, Oprah Winfrey die stehen für milliardenschwerde Stiftungen und großzügige Spenden und sagen warum ist denn die Philanthropiekultur in Österreich vielleicht weniger sichtbar als in den US?
00:03:28: Ich würde sagen, dass es damit zusammenhängt, dass wir einfach kulturell ganz anders gestrickt sind hier in Österreich.
00:03:35: In den USA ist es gang und gäbe das sogar für kleinere Zwecke eine Foundation gegründet wird.
00:03:41: Es ist dort eine anerkannte Sache.
00:03:43: Es wird sehr geschätzt auch innerhalb der Gesellschaft, dass jemand dieses Hegles sich bedient um einen Beitrag zu leisten.
00:03:51: Und hier ist leider Gottes in Österreich.
00:03:54: der Begriff Privatstiftung wird assoziiert gleich mit etwas Negativen, sage ich mal Themen wie Steuervermeidung und so weiter.
00:04:03: Und dem haben wir uns, wie wir uns auf den Weg gemacht haben vor zwölf Jahren, haben wir bemerkt dass es wirklich ein Hindernis ist.
00:04:11: Wir haben das Vehicle-Privatstiftung deswegen gewählt weil wir gedacht haben Es bedeutet auch Commitment also wir als Familie oder diejenigen die das unseren nächsten Generationen auch vorleben möchten.
00:04:23: Das hängt auch zusammen mit einem gezielten Commitment, das Aussagen soll wir wollen etwas für die nächsten Jahrzehnte, Jahrhundert der besten Falls.
00:04:34: Auch Stiftungen sind ja langfristig ausgelegt hinterlassen und das ist auch eine Art Message, die wir selber für unsere auch innerhalb der Familie an den nächsten Generationen weitergeben wollen.
00:04:45: Und das ist etwas dass wir nicht mit irgendetwas negativen assoziieren und wir haben gemerkt Es wird in Österreich nicht so gesehen.
00:04:53: Also es ist auch sowohl, wie es in den Medien gehandhabt wurde als auch, wie's die Öffentlichkeit wahrgenommen hat.
00:04:58: Wir haben ganz viel mit Hilfe des Verbands der Gemeinnützigen Stiftungen Zeit und Ressourcen eben in dieses Image gesteckt, weil wir gemerkt haben – es ist wie wenn man ein bisschen gegen Windmüllen kämpft.
00:05:10: Man versucht Gutes zu tun und auf der anderen Seite werden dann immer wieder bekommt man viel Gegenwind Und ohne oder mit weniger Gegenwind lässt sich besser arbeiten und wirkungsvoller auch, muss man sagen.
00:05:23: Vermögen bedeutet Einfluss?
00:05:25: Das ist so entscheidend wie genutzt wird und im besten Fall für gesellschaftlichen Fortschritts zu lösen großer Herausforderungen.
00:05:35: Gleichzeitig gilt Philanthropie darf demokratische Prozesse nicht ersetzen sondern muss sie ergänzen.
00:05:42: Jetzt haben Sie es eh schon angesprochen, also Kritikerinnen sagen ja auf.
00:05:46: Philanthropie ist vielleicht auch undemokratisch eben weil wohlhabende Menschen entscheiden können welchen Problemen irgendwie Raum gegeben wird oder eben die hervorheben können.
00:05:56: Und vielleicht eben auch politischen Einfluss ausüben.
00:05:58: Ja was würden sie da entgegnen?
00:06:00: Ich kann dem insofern entgegenen dass ich Ihnen aufzeige wie wir damit umgehen und wie wir das leben In der Realität, daher haben wir auch den einen Ort dafür gegründet.
00:06:10: Das Haus der Philanthropie ist genau deswegen ausgelegt weil wie gesagt haben Wir haben vor zwölf Jahren uns zusammengeschlossen mit anderen gemeinnützigen Stiftungen und Organisationen sind teilweise auch gemeinnutzige GmbHs Mit denen wir sehr gleich gesehen waren, wir haben gemerkt da steht wirklich die Wirkung im Vordergrund das sind so persönliche Befindlichkeiten oder das Ego nicht wichtig, sondern die Sache um die es geht und das hat uns verbunden.
00:06:34: Wir haben gemerkt okay jeder hat sein eigenes Thema wie zum Beispiel die Esselfondation, die widmet sich Menschen mit Behinderungen dann die gemeinnützige Stiftung der Regiewellgruppe Blöendes.
00:06:45: Österreich hat Klima- und Umweltschutz als Thema Ashokast fördert Sozialunternehmertum global ja und auch viele kleinere Stiftungen die sich marginalisierten Gruppen annehmen.
00:06:56: Wir haben gemerkt, es braucht einen Ort wo wir nicht nur miteinander besser wirken können und unsere Kraft bündeln können sondern auch dieser Kraft des Miteinanders.
00:07:06: Der Philanthropie heißt der Delive zum Menschen an sich dem auch Sichtbarkeit geben können indem wir vorleben wie das ist wenn man wirklich wirken kann und es auch tut und sehr transparent.
00:07:19: Und das ist unser Versuch abzubilden, wenn der Zweck im Vordergrund steht, wenn die Sache um die es gehen sollte in Fokus steht dann ist alles andere nicht mehr so wichtig wie fürs Image das machen.
00:07:34: oder jetzt nur ein bisschen CSR oder ein bisschen das was man gern Greenwashing nennt.
00:07:38: Jetzt wurde ja kürzlich vom Sozialministerium ein Fonds zur Armutsbekämpfung eingerichtet und die Idee war eigentlich, dass da Privatespenden aus Zuwendungen, Schenkungen, Erbschaften etc.
00:07:50: einfließen.
00:07:51: Und kürzig hat eben ergeben das mit Stand Juni nicht einmal einen Euro in diesem Fonds gelandet ist.
00:07:56: jetzt springt ihm das Ministerium mit dreißig Millionen Euro Steuergeld an.
00:08:00: Würden Sie sagen wenn diese Strategie vielleicht auch tatsächlich aufgegangen wäre?
00:08:04: Wäre es dann nicht auch ein bisschen die Gefahr da sich der Staat zurückzieht aus bestimmten Bereichen und sagt, ah das überlasse ich jetzt jemand anderem.
00:08:12: Also die Notwendigkeit von Förderungen abseits von staatlichen Hilfen sehe ich ganz klar insofern als essentiell auch weil wir merken – und jetzt auch mit all den Kürzungen, es geht ja keinem von uns vorbei – merken wir auch dass diese Lücken gar nicht vom Staat mehr zu füllen sind.
00:08:30: Es ist ja eine Illusion, zu glauben dass der Staat all die gesellschaftlichen Herausforderungen mit denen wir zu kämpfen haben alleine stemmen kann.
00:08:38: Entscheidend ist dabei nicht die Ersetzung staatlicher Verantwortung sondern die intelligente Ergänzung durch private Innovationskraft auch.
00:08:48: Die in Kooperation mit dem öffentlichen System auch wirklich funktionieren kann und das sehen wir selber anhand.
00:08:55: Ein guter Beispiel ist, die Bildungs-Tomorrow Stiftung ist genau so eine Kooperation entstanden.
00:09:00: Vor mittlerweile acht Jahren wurde es uns rechtlich ermöglicht als private im Bildungsbereich aktiv zu werden – das war davon nicht möglich.
00:09:12: Und wir haben gemeinsam mit der öffentlichen Hand und zwar mit der Innovationsstiftung für Bildung.
00:09:18: Mit mir meine ich vierzehn verschiedene Stiftungen, teilweise große, teilweise auch kleine die sich zusammengeschlossen haben um mit dem Staat das Thema und diese Herausforderung auch deren Bildung immer mehr ausgesetzt ist sich zu stellen.
00:09:34: Wir haben die erste Private Public Partnership gegründet im Bildungsbereich und die kann ich jetzt auch heute wirklich mit Überzeugung sagen, wirklich gut funktioniert.
00:09:45: Zugespitzt brauchen wir dann in Österreich tatsächlich mehr Philanthropie oder sollte einfach der Staat vielleicht besser funktionieren?
00:09:52: Also ich bin stark überzeugt dass es nicht entweder oder!
00:09:57: geben sollte und es funktioniert auch so nicht.
00:09:59: Wir haben gemerkt in unserer Arbeit, unsere Erfahrung ist es wenn wir schaffen eine Kooperationskultur zu schaffen die staatliche Strukturen mit privaten verbindet Also Kooperation, die wirklich auf Augenhöhe gelebt wird und nicht eine Seite das Gefühl hat naja ich werde jetzt irgendwie nur gebraucht damit ich finanziell etwas beitrage uns sonst nichts sondern wir werden genauso auch mit unserem Know-how weil viele von uns kommen aus der Wirtschaft und haben essentielle Erfahrungen auch beizusteuern.
00:10:31: Und dass auch als Esset zu sehen also einen Mehrwert zu sehen und sagen Diese Sektoren, der private Sektor und der öffentliche Sektur.
00:10:39: Und eben auch das was die Zivilbevölkerung beisteuern kann ist nicht etwas wie ein Silo einfach getrennt zu sehen ist sondern man sieht es wirklich als sektorübergreifend eine Zusammenarbeit zu ermöglichen zwischen den verschiedenen Sektionen die einfach auf Perspektiven verbindet und diese Erfahrungen verbinden die man mitbringt und die Expertise die dann die jeweilige Seite mitbring der Schlüssel zum Erfolg.
00:11:03: Das ist auch das, was wir sehen in unserer Bildungsarbeit – was wir jetzt mittlerweile geschafft haben -, dass wir mit dem jetzigen Bildungsministerium davor schon gute Kontakte hatten und gute Zusammenarbeit.
00:11:15: Aber jetzt tut sich ein Fenster auf, wo auch dieser Mehrwert gesehen wird.
00:11:18: Es wird gesehen, dass es gut ist die Expertise privaten und der Wirtschaft reinzuholen mit Angst behaftet ist, oh je die könnten was von uns wollen sondern ganz im Gegenteil.
00:11:30: Wir können etwas beitragen und das ist das was wir beisteuern können.
00:11:34: Das heißt besetzen uns einen Tisch, wir nehmen uns diesen Thema an und sagen okay wie ist das wenn wir jetzt in unserem Fall ich bring es an einem Beispiel.
00:11:42: Wir nehmen uns ein Thema zum Beispiel Demokratiebildung und haben unsere Strukturen die wir schon geschaffen haben über den letzten Jahre.
00:11:49: Wie können Qualitätsgesichert evidenzbasiert Innovationskraft ins Bildungssystem bringen?
00:11:56: das gestalten, damit die öffentliche Hand mit gutem Gewissen nachher sagen kann.
00:12:01: Oh!
00:12:01: Das kann ich jetzt einfach ohne Probleme ins System führen weil wir haben einen Partner an unserer Seite eben auch eine öffentliche Stiftung mit ist, Private Public Partnership diesen Teilbereich für uns solide gestaltet hat, mitgearbeitet hat und diesen Beitrag einfach leistet.
00:12:21: Und das ins System bringen kann.
00:12:23: Das ist die Zukunft, wenn man miteinander ist gestaltet.
00:12:28: Einfach auch dieses Vertrauen ineinander hat, dass nicht jeder nur seine Eigeninteressen verfolgt sondern es geht ums Gemeinsame, um die Gesellschaft an sich voranzubringen.
00:12:40: Ich glaube ganz stark daran!
00:12:41: Finanthropie wird ja häufig eben, wie Sie schon gesagt haben über Privatstiftungen betrieben.
00:12:46: Gleichzeitig werden die ja schon von Superreichen auch dafür genutzt um Vermögen langfristig vor Besteuerung oder öffentlicher Einsicht zu schützen.
00:12:54: Findet sie dann und sollte sich etwas ändern?
00:12:56: Ich glaube da muss man einen großen Unterschied machen.
00:12:59: es gibt eigenlützige Privat-Stiftungen Es gibt gemeinnützigen Privat Stiftungen So wie in unserem Fall.
00:13:04: wir sind eine Gemeinnütze privat Stiftung.
00:13:06: jetzt in beiden Fällen Bei der Pippische und bei der Bildung Tomorrow, da gibt es einen gezielten Zweck.
00:13:13: Und diesem Zweck ist dieses Kapitalgebiet mit.
00:13:15: Das heißt, da kann kein Euro irgendwo anders hinfließen.
00:13:18: wie werden Stiftungsgeprüfte jährlich?
00:13:20: Da gibt's ganz, ganz strenge Vorgaben und das ist auch gut so.
00:13:24: daran soll sich auch nichts ändern weil ich glaube je transparenter damit man mit dem Thema umgeht, desto mehr Glaubwürdigkeit schafft das auch.
00:13:32: also da muss man glaube ich eine klare Unterscheidung machen.
00:13:35: Aber es gibt dennoch auch Privatstiftungen, die trotzdem gemeinnützige Zwecke, kapitalgemeinnützigem Zwecken widmen.
00:13:43: Und das sehr beachtlich, weil da viel Kapital in wichtige Themen fließt.
00:13:49: und ich glaube was unterscheiden werden muss ist, was ist die Intention dahinter?
00:13:54: Macht das jemand aus dem Bedürfnis ein Image aufzupolieren oder einfach aus irgendeinem ... persönlichen Ego-Thema?
00:14:04: oder es steht die Sache im Vordergrund.
00:14:06: Und dann sage ich ganz ehrlich, kann man jetzt nicht per se nur darauf schauen, kommt das aus einer gemeinnützigen Quelle rein?
00:14:14: Oder kommt dass aus einer Privatstiftung, die auch eigennützige Zwecke hat?
00:14:18: finde ich legitim auch zu sagen, ich habe Vermögen erwirtschaftet.
00:14:23: Ich möchte doch schauen dass es so gut wie möglich quasi für die nächsten Generationen erhalten bleibt.
00:14:29: das ist steuerschonend auch damit umzugehen und wenn dann Teil davon in Gemeinnützigkeit fließt und wieder in die Gesellschaft fließd' Dann können wir uns doch alle darüber freuen und nicht...ich find's kontraproduktiv es in Frage zu stellen weil wenns die Person jetzt die eine Person von der er wird zum Beispiel reden würden, es nicht macht.
00:14:49: Zehn Euro weniger gibt in den Klimaschutz oder ein Kinder- und Jugendliche oder Bildung was auch immer und dort wird das aber gebraucht ja?
00:14:57: Und ich glaube dass das nicht die Art und Weise ist wie wir mit dem Thema umgehen sollten und ich glaube das ist das grundlegende Problem, dass wir haben hin Österreich, dass das eher Misskeptis behandelt wird anstatt man sich da eher auf eine Vertrauensbasis begebt und sagt, geht es nicht darum dass das Kapital Gutes bewirkt für uns alle?
00:15:18: Und wenn es das Tod muss man's dann in Frage stellen.
00:15:22: Laut dem aktuellen Spendenbericht von zwanzig-fünfundzwanzig wurden ja im Jahr zwanziqvierundzwanzige mehr als eine Milliarde Euro in Österreich gespendet und knapp siebzig Prozent und damit der Großteil kommt aus den mittleren Einkommensbereich.
00:15:36: am wenigsten haben laut dem Bericht Personen im obersten Einkommensbereich gespendet.
00:15:41: Was sagen Sie, welche Schlüsse kann man denn daraus ziehen?
00:15:44: Wie wir wissen also der Fundraising-Verband und der Verbandgemeinnützige Stiften hat eine Studienauftrag gegeben die ergeben hat dass ein Großteil des Spenden in ganz kleinen Bereichen sich glaube unter zwei hundert Euro liegt und nur fünf Prozent der Spenden des Spendenaufkommens kommt von Spenderinnen die über Fünfzigtausend Euro gewidmet haben.
00:16:06: Und das ist genau das Thema, dass sich die Initiative Philanthropie angenommen hat weil wir glauben da gibt es noch ganz viel Potenzial nach oben und deswegen ist auch der Vorstoß da, dass ich verschiedenste Persönlichkeiten, aber auch Organisationen für diesen Zweck zusammengeschlossen haben um mehr Sichtbarkeit zu schaffen.
00:16:26: Es ist ein bisschen in Österreich das Thema wenn jemand tut Gutes und spricht nicht darüber Das wurde mir schon vor zwölf Jahren gesagt als ich dazu geschlossen bin Puh ja nicht viel sagen und keine Interviews geben weil dann kommt ja gleich jemand um will was von dir oder dass hat negativer folgen.
00:16:42: Ich glaube, das ist genau das von dem man sich nicht abschrecken lassen darf.
00:16:46: Weil wenn man mit Angst reingeht dann kommt man nichts voran.
00:16:50: da braucht es einfach Mut.
00:16:52: und auch in den Bereich und das ist das was ich auch meinen Kolleginnen immer sage Es braucht auch in unserem Sektor mehr Mut.
00:16:59: Das heißt einfach auch Wenn wir Sichtbarkeit schaffen wollen für dieses Thema wenn wir sagen es braucht mehr privates Kapital Und mit privaten Kapital meine ich nicht rein nur finanzielles Kapital, sondern wir nennen das Poly Capital.
00:17:12: Also dieses auch dein Netzwerk, dein berufliches Know-how – auch ein Image!
00:17:17: Jemand kann auch mit seinem Image viel bewirken und auch jetzt in solchen Zeiten ist mir Social Media auch mit einer gewissen Sichtbarkeit.
00:17:24: wenn man sagt man nutzt dieses Kapital für etwas Gutes Das hat ganz, ganz viel Potenzial und darüber müssen wir reden und dafür braucht es aber auch eine gewisse Art von Vorbilder, das klingt jetzt ein bisschen vielleicht... ich meine es ist gar nicht abgehoben sondern es braucht einfach Menschen die zeigen so wird's auch gelebt und so kann es gelebt werden.
00:17:47: Und nur rein sich zurückziehen und zu verstecken hinter dem was man macht Ich verurteile es nicht.
00:17:53: Ich finde alles Gute, das getan wird ist wichtig und ich bin dankbar dafür.
00:17:58: auch als Teil der Gesellschaft bin ich dankbar für.
00:18:01: aber es braucht schon noch mehr Mut und mehr Menschen die sagen okay ich traue mich jetzt den Schritt auch mal ein bisschen raus und spreche darüber über dass was ich tue weil dann merken die anderen All die Möglichkeiten gibt es, es gibt so viel Handlungsspielräume.
00:18:16: Philanthropie sollte ja nicht abhängig machen und Menschen wie Sie vorhin gesagt haben irgendwie Demokratieprozesse einschränken und Themen vorgeben und nur das hat jetzt Wichtigkeit sondern was es aufzeigen sollt ist Es gibt soviel Handlungsspielraum, es gibt so viele Gestaltungsräume und jeder kann seinen Belieb nach dort wo sein Herz ihn sie hinträgt.
00:18:40: Was beitragen?
00:18:41: Ob das jetzt bei der Freiwilligen Feuerwehr ist oder ob das jetzt ist... Wo auch immer man macht Lernpartnerschaften Es gibt in Österreich viel ehrenamtliches Tun und viel Ehrenamt an sich.
00:18:53: Ich glaube, das ist etwas, dass noch viel mehr Anerkennung und vielmehr auch ein Wert in der Gesellschaft haben sollte.
00:19:00: Und natürlich einen Beitrag dazu – und etwas, was ganz wichtig ist gerade in Zeiten, wo viel gespart wird – ist auch Kapital keine Frage!
00:19:08: Das ist etwas.
00:19:09: die Initiative Philanthropie wurde gegründet um Potenzial privaten Engagement in Österreich stärker zu aktivieren und viele gesellschaftliche Herausforderungen fordern gemeinsames Handeln von Zivilgesellschaften Wirtschaft und Politik.
00:19:24: Und das soll es eben auch aufzeigen, diese Initiative möchte dazu beitragen dass vorhandene Ressourcen besser gebündelt werden und der Dialog zwischen auch potentiellen Philanthropinen oder Menschen die sich einfach für dieses Thema interessieren denjenigen, die in diesem gemeinnützigen Sektor schon so lange tätig sind.
00:19:44: Einfach so viel Erfahrung haben und auch wissen wo kann man sich leere Kilometer sparen?
00:19:49: Diesen Dialog zu fördern und zu sagen wir sind offen bisschen da es kostet auch nichts.
00:19:54: Wir machen das gerne weil wir es auch als unsere Verpflichtung unseren Beitrag an der Gesellschaft sehen zu sagen bitte profitiert's auch von unserer Erfahrung dass es etwas, was aktiv angeboten wird.
00:20:06: Nicht nur im Haus der Philanthropie eben auch im Verband gemeint zwischen Stiftung und dem Fundraisingverband weil wir sagen Wir wissen!
00:20:13: Es gibt da draußen ganz viel Interesse auch mehr zu tun.
00:20:18: Viele Menschen wissen noch nicht wie sie's anstellen sollen.
00:20:21: Ja ein sehr prominentes Beispiel würde ich sagen für eine Philanthropin Wiederwählen ist wahrscheinlich die Millionenerben Marlene Engelhorn die sich ja dafür eingesetzt hat, dass ihr Vermögen rückverteilt wird.
00:20:34: Und jetzt als Aktivistin aber vor allem gesagt hat eigentlich wer sie für Erbschafts- und Vermögenssteuern, also ich sage sie würde gerne nicht selber das Geld rück verteilen sondern sie hätte es gerne auf einer staatlichen Ebene.
00:20:45: Was sagen Sie denn dazu?
00:20:46: Wer ist eine Alternative zu dieser freiwilligen Umverteilung?
00:20:49: Ich schätze sehr wenn Menschen sich vermögen oder kapitalen, dass sie viel andere Zwecke nutzen könnten der Gesellschaft wieder zurückwillt, mehr noch weitergeben und damit natürlich uns allen ein besseres Leben ermöglichen.
00:21:04: Die Art und Weise wie es gemacht wird das steht jedem selber offen.
00:21:08: also da steht es mir auch nicht zuzuurteilen.
00:21:11: ich glaube nur Es ist schon wichtig dass man den Staat nicht aus der Verantwortung lässt.
00:21:15: keine Frage Das bin ich auch der Meinung.
00:21:17: wir zahlen alle Steuern Und das ist auch wichtig Dass der Staat so quasi seine Aufgaben erfüllt und gewissenhaft.
00:21:24: Ich glaube nur, auch aus der Erfahrung die ich gemacht habe, dass private Strukturen – in unserem Fall eben auch private Gemeinnützegestiftungen oder auch private Organisationen ihren Beitrag dazu leisten können.
00:21:38: Und wie gesagt wenn Strukture geschaffen werden, die nachhaltig eine Kooperation verankern, eine Kooperationskultur wo man miteinander diese Themen auf eine ganz andere Ebene erheben kann.
00:21:50: Und der Vorteil, den wir haben wie gesagt ist und das wird der Staat einfach nie haben, egal wie viel Steuern man in dieses System gibt es wird trotzdem nicht möglich sein Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
00:22:04: Es wird nicht möglich ein agileres System an sich zu schaffen.
00:22:09: Das ist das wo ich die Unterscheidung mache Die Kraft die wir haben.
00:22:13: und der Unterschied Bei privaten ist es, wir haben nun mal die Möglichkeit innovativer zu agieren.
00:22:19: Wir haben die Möglichkeit weniger Risiko scheut zu sein.
00:22:22: Wir können Dinge pilotieren und ausprobierend Ansätze auf den Weg bringen, die der Staat an sich so einfach nicht erproben könnte – das wird's jetzt nicht geben!
00:22:34: Das heißt, der Mehrwert ist trotzdem in diesem Miteinander überzeugt.
00:22:40: Auch wenn man dort mehr steuern kann… hin widmet, es wird trotzdem.
00:22:44: an diesem Punkt werden wir trotzdem immer anstehen.
00:22:47: Welche gesellschaftlichen Probleme lassen sich ihrer Ansicht nach durch Philanthropie besser lösen als durch die Politik?
00:22:55: Letzter Woche war in den Medien ganz stark eine junge sehr brillante Dame sichtbar die Larissa Arthofer, die in ein und halb Jahren das Juhsstudium abgeschlossen hat.
00:23:06: Und Larissa ist nicht nur eine ganz, ganz tolle junge Frau und akademisch brillant.
00:23:13: Sondern sie ist auch einer unserer ersten Jugendbeirätinnen und Teil eben unseres ersten Jugendbeitrags.
00:23:19: Ich durfte sie kurz vor ihrer Sponsion treffen weil sie auch persönlich uns danken wollte für das was sie mitgenommen hat aus der gemeinsamen Zusammenarbeit in den zwei Jahren indem wir mit den jugendlichen arbeiten.
00:23:32: Das was sie uns gesagt hat ist... Es ist schon ein Thema, was ganz wichtig ist.
00:23:37: Wir reden überall ganz stark über welche Skills das für morgen braucht und welche Kompetenzen oder was wir der Jugend mitgeben müssen damit sie für die Zukunft gewappnet sind.
00:23:48: Oder wie können wir einen Bildungssystem tragfähig und zukunftsfit machen?
00:23:53: Das hat es für mich sehr gut beantwortet weil durch all Die Veränderung, die Entwicklungen, denen wir ausgesetzt sind und mit denen wir einfach konfrontiert sind ob das jetzt KI ist, Digitalisierung und all die anderen globalen Entwicklungen können wir eigentlich gar nicht heute sagen was für ein Berufsbild braucht es für morgen.
00:24:14: Was müsste jetzt quasi mein Kind lernen in der Schule?
00:24:19: In der Ausbildung damit es für Morgen safe ist?
00:24:22: ja für das morgen Und wir in der Stiftung merken, dass das ganz stark und ganz wichtig ist auf Kompetenzen zu setzen.
00:24:31: Und immer mehr auch auf diese Social Skills, auf die sozialen Kompetensen, auf dieses Soft Skills – und das ist der Grund warum wir auch... Abgesehen von den Schlüsselkompetenzen, die wir immer als Fundament unserer Stiftungsarbeit sehen und auch die innovativen Lehr- und Lernmethoden.
00:24:47: Das ist das Wie wie wir es umsetzen weil euer Zentrum unserer Arbeit steht noch immer die Pädagoginnen, weil wie wir alle wissen ist eine Bildung funktioniert nur dann wenn der die Pädagogin es entsprechend auch vermitteln kann und auch dementsprechend motiviert ist und an dieser einen Person liegt oftmals ja.
00:25:04: deswegen setzen wir sie auch in den Fokus.
00:25:07: Was wir einfach merken ist, dieser Jugendbeirat, diese Jugendpartizipation die wir auf den Weg gebracht haben damit wie unsere Stiftungsarbeit an sich auch sage ich mal auf ein anderes Level bringen.
00:25:18: Weil sie arbeiten ja nicht nur in den Projekten mit sondern sie unterstützen uns beraten uns auch in unserer Strategie.
00:25:25: das heißt wo soll die Arbeit hingehen?
00:25:27: Wo soll sich die Stiftung die nächsten zehn Jahre hin bewegen?
00:25:30: Als Stiftungenvorständen kann nichts sagen die Realität eines Jugendlichen ausschaut, sondern sie können es mir erklären.
00:25:37: Und das heißt da ist ein Lernen auf Augenhöhe sein Lernen.
00:25:41: Ich sage immer, es ist keine Einbahnstraße.
00:25:43: Wir geben was und es kommt etwas zurück.
00:25:45: Da ist es schön zu hören, dass Jugendliche auch das zu schätzen wissen und danach verlangen.
00:25:52: Und wir sehen die Bildung wirklich als wirksamsten Hebel gegen jede Art von Chancen-Ungerechtigkeit.
00:25:59: Das heißt viele Themen, die daranhängen Armut
00:26:02: usw.,
00:26:03: Der Schlüssel ist die Bildung.
00:26:06: Vielen Dank für das Gespräch!
00:26:08: Gerne!
00:26:08: Gerade in Zeiten des Sparkurses.
00:26:11: von der Regierung kann viel Antropie natürlich einen wichtigen Beitrag leisten, weil sie sich eben auf viele Probleme fokussieren können, die sonst beim Start vielleicht untergehen würden.
00:26:22: Ich hoffe unsere heutige Folge hat euch gefallen.
00:26:24: Vielen dank fürs Zuhören.
00:26:26: Wenn ihr jemanden kennt, von dem ihr glaubt dass er oder sie von Lohnsicht aus profitieren könnte dann freuen wir uns wenn ihr uns weiter empfehlt.
00:26:32: Gebt uns auch gerne eine gute Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns hört.
00:26:37: Feedback und Fragen schickt dir am besten an podcastatestandard.at.
00:26:42: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.
00:26:44: Ich bin Annika Dangen Tschau und bis zum nächsten Mal!