Lohnt sich das?

Lohnt sich das?

Der STANDARD-Podcast über Geld

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00:00:17: Willkommen zu.

00:00:18: Lohnt sich das, der Standard-Podcast über Geld.

00:00:21: Wohnen in Österreich ist für viele ein Stressfaktor und damit gehen wir in das Staffelfinale hier bei Lohn Sich Das.

00:00:29: Jetzt haben wir dann eine Pause aber das Thema ist für alle ständig sehr wichtig.

00:00:34: die Mieten steigen das Angebot wird knapper und wie schaut es eigentlich aus mit dem Traum vom Eigentum?

00:00:41: Ist das noch so leicht erreichbar Oder rückt das für die meisten Menschen etwas weiter?

00:00:47: schon in die Ferne und besonders in Wien zeigt sich, dass der Wohnungsmarkt am Limit ist.

00:00:53: Und wer heute eine Mietwohnung sucht?

00:00:55: Der steht vor langen Wartelisten hohen Preisen und auch sehr wenig Auswahl.

00:01:00: Warum wird das Wohnen aber immer teurer und wie wird da auch gegengesteuert?

00:01:04: Darüber spreche ich heute mit meinem Kollegen Martin Putzschögel als Ressortleiter vom Immobilienressort beim Standard und er beobachtet natürlich seit Jahren Jahrzehnten den Wohnungsmarkt.

00:01:15: Hallo Martin, hallo!

00:01:17: Freut mich dass du da bist.

00:01:18: und bevor wir direkt einsteigen hier noch einen Hinweis an alle Hörerinnen und Hörern wenn ihr uns gerne hört dann abonniert uns bitte auf Spotify Apple Podcasts oder wo auch immer ihr gerne Podcasts hört damit ja auch keine neue Folge von uns verpasst auch in der nächsten Staffel nicht.

00:01:41: Und man kann sich es natürlich schon denken, wie die Situation so ausschaut.

00:01:45: Aber wie würdest du die Lage am Wiener Wohnungsmarkt in wenigen Sätzen beschreiben um mal einzusteigen?

00:01:52: Also da kann ich gleich einmal am Anfang einen Wienermarkler zitieren.

00:01:55: der hat gestern bei einem Pressegespräch gesagt Die Anfrage-Situation ist komplett geisteskrankt.

00:02:01: das war seine Worte wörtlich.

00:02:04: Er hat gesagt für Wohnungen mit Gesamtmiteln zwischen acht zu hundert und tausend Euro da erhält man als Marklerin oder Markler gerade bis zu hundert Anfragen am Tag.

00:02:14: Und bei noch günstigeren Wohnungen, die auch von vielen Leuten gesucht werden also so siebenhunderte, achthundert Euro sind bei vielen Leuten ja die Grenze.

00:02:21: Da werden Inserate teilweise schon nach einer Stunde offline genommen weil es so viele Anfragen gibt.

00:02:27: und der Markler hat sogar gesagt das stehen dann sogar Leute mit Bewerbungsmappen vor dem Makler Büro.

00:02:33: Also solche Sachen Auswüchse gibt mittlerweile am

00:02:36: Wienermarkt.

00:02:37: Wahnsinn!

00:02:39: Was ich auch gesehen habe in eurer Recherche ist, dass die Durchschnittsmite im ca.

00:02:43: siebenhundert Euro beträgt und das soll sich eben im Jahr zwanzig sechsundzwanzig noch einmal um circa sieben bis acht Prozent steigern.

00:02:51: und du hast es ja gerade schon recht eindrücklich uns erzählt.

00:02:54: aber wenn man jetzt auf Wohnungssuche geht wie lang sucht man?

00:02:58: Und bei welcher Situation steht man da?

00:03:00: was begegnet einem am meisten?

00:03:01: also bei der Durchschnitzmitte ist es so.

00:03:03: dann muss man unterscheiden zwischen.

00:03:05: Also es gibt eine Schluckschnittsmitte von der Statistik Austria, aber dann gibt's natürlich die verschiedenen Segmenten des Wohnungsmarkts.

00:03:10: Da gibts in Wien halt ein großes Segment Gemeindebauten und gemeinnützigen Wohnungen, sozialer Wohnbau im weitesten Sinne alles.

00:03:17: und dann halt die Freien Mieten.

00:03:19: Und bei den Freien mitten ist es so da gibts laut dem linksten Preisspiegel von der Wirtschaftskammer da liegt die Quadratmeter-Mitte in Wyn netto jetzt bei knapp zwölf Euro.

00:03:31: Und zum Markt nochmal ja also Der Markt ist jedenfalls ein kompletter Vermietermarkt, weil zu wenig gebaut wird.

00:03:37: Und das heißt, Vermitterinnen und Vermietern haben derzeit sehr viel Marktmacht.

00:03:41: Sie können sich dann zum Beispiel auch die Vermieterin und Mieter gut aussuchen und natürlich werden dann auch Wohnungssuchende, die ein solides Einkommen und einen guten Arbeitgeber haben eher genommen als Leute mit z.B.

00:03:51: in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

00:03:54: Ja und es finden halt massenbesichtigungen statt.

00:03:57: wie lang es wirklich dauert was zu suchen ist glaube ich sehr unterschiedlich.

00:04:02: Es gibt ja nicht nur die Maglerinnen und Magler, die ich schon erwähnt habe.

00:04:04: Sondern es finden auch sehr viele direkte Weitergaben statt über bekannten Kreise oder über den sozialen Medien zum Beispiel.

00:04:12: Das kann passieren dass man schnell was findet aber man kann auch monatelang suchen.

00:04:16: Ihr habt ja auch mit einigen Leuten gesprochen, das kann man auch in eurem Text lesen.

00:04:20: Was waren so deren Erlebnisse?

00:04:22: Also da hat man auch von Wassenbesichtigungen gelesen und auch dass man einfach gar nichts zurück hört die Halsnachweise zeigen muss und so.

00:04:32: Was ist dir da alles untergekommen?

00:04:35: Zu den Nachweisen muss man sagen, dass ein bisschen was eingerissen am Wienermarkt das kannte man nur aus Deutschland weil auch recht viele Deutsche mittlerweile in Wien leben hat sich das glaube ich über diesen Umweg ein bissel eingebürgert, dass Leute wirklich mit Motivationsschreibenteilwesen daher kommen Das finden Wiener Marklerinnen und Markler dann auch recht erstaunlich.

00:04:54: aber in der derzeitigen Marktsituation muss man halt sagen Je besser man vorbereitet als Mieterin, als Wohnungssuchender oder Wohnungssuchende, desto mehr Chancen hat man halt.

00:05:04: So einfach ist das.

00:05:05: Und um einen kurzen Schwenk jetzt zu machen, weil ich es auch im Intro kurz erwähnt habe – Das Thema kaufen!

00:05:11: Also….

00:05:12: Es hat ja immer geheißen oder früher sagen wir's mal so Wenn die Mieten eben so teuer sind Warum soll ich jetzt mein ganzes Leben lang eine Mitte bezahlen?

00:05:18: Einen Vermieter oder Vermieterin?

00:05:20: Ich kaufe mir lieber eine Wohnung.

00:05:22: Ist das jetzt immer noch der Tenor unter vielen?

00:05:25: Oder ist das jetzt gar nicht mehr so einfach?

00:05:27: Naja, viele können sich sowieso nicht leisten.

00:05:30: Eigentlich schon immer so.

00:05:31: Eigentum?

00:05:32: Wenn man gerade Eigentumsucht am Minamarkt dann hat man es eigentlich leichter weil's da noch relativ viel Angebot gibt.

00:05:37: die Preise im gebrauchten Segment sind auch in den letzten zwei drei Jahren gesunken.

00:05:42: das heißt wenn man sich leisten kann wenn man die Finazierung schafft Dann hat man derzeit noch eine sehr gute Auswahl.

00:05:48: wie lange das noch so sein wird wissen wir nicht.

00:05:50: Das wird wie ich schon gesagt sehr wenig gebaut aber aktuell findet man noch ein recht gutes Angebot und gebrauchte Wohnungen wurden wie gesagt günstiger.

00:06:00: Was spannend ist, was du gerade gesagt hast das es bei den Gebrauchten Eigentumswohnungen sozusagen leichter geworden oder leistbarer geworden ist, woran liegt das?

00:06:08: Das würde man sich ja eigentlich jetzt gar nicht erwarten!

00:06:10: Genau also die Sache ist die... ...twanzig-zweiundzwanzig gab's die Zinswände.

00:06:16: Eigentlich sind da sogar zwei Sachen passiert Also zwanzigzehn Meter, zwanzzig-zwanzigg wurde von der IZB die Zinzen stark angehoben Und das wurde die sogenannte Chemeverordnung eingeführt.

00:06:25: Das war eine Verordnung, die die Kreditvergaberegelung sehr streng geregelt hat und ab diesem Zeitpunkt konnten sich viele vor allem junge Leute eigentlich nicht mehr leisten.

00:06:34: Die Zinsen sind jetzt wieder ein bisschen gesunken werden wahrscheinlich den Mix wieder steigen aber was passiert ist dadurch dass es einfach zu viel weniger Nachfrage gekommen ist.

00:06:43: am Markt insgesamt sind der Eigentumspreise weniger stark gestiegen als die Löhne und Gehälter in dieser Zeit Und zusammen mit den etwas leichter gewordenen Finanzierungen bei den Zinsen ist es dann so gewesen, dass man sich heutzutage wieder leichter eine Wohnung leisten kann als zum Beispiel vor drei Jahren.

00:07:00: Die Leistbarkeit – das haben Expertinnen und Experten von Reifeisen kürzlich ausgerechnet – die Leistbarkei ist in Wien derzeit wieder da wo sie im Jahr zwanzig achtzehn war.

00:07:08: Das heißt, es ist nicht alles wirklich gut leistbar weil bis zwanziger achtzehnt hat die Leistbakei auch stark abgenommen.

00:07:16: Also am besten war es, eine Wohnung zu kaufen vor zehn, fünfzehn Jahren eigentlich.

00:07:21: Das ist immer wenn man einen Markt gefragt, wann soll man kaufen?

00:07:23: Da sagt er immer gestern das ist halt so.

00:07:26: aber die Leispakette ist eben durch dieses Zusammenspiel aus Löhnen, Gehältern, Preisen und Zinsen jetzt wieder besser.

00:07:32: Du hast es auch vorher in der Wien schon dass einfach auch zu wenig gebaut wird um jetzt auch wieder zur Mieten zurückzukommen auch.

00:07:39: twenty-fünfundzwanzig gab's also weniger als zehntausend Neubauwohnungen in Wien.

00:07:45: Das klingt, also jetzt für mich tatsächlich nicht viel und auch frei finanzierte Mietwohnungen ab so viele wie davor.

00:07:55: Wie kam es denn überhaupt soweit?

00:07:57: Also wieso wird dann nicht mehr gebaut wenn's soviel bedarf da ist?

00:08:00: Das hat viele Gründe die irgendwie alle miteinander zu tun haben.

00:08:03: durch die schon erwähnte Zinswände.

00:08:05: Kam es zu Insolvenzen Die im größten davon haben wir alle mitbekommen Signals über six BV seven und so.

00:08:14: Das heißt, es wird schon allein deswegen viel weniger gebaut weil es einfach weniger Bauträger am Markt gibt.

00:08:20: Dann in der Zeit des Baubooms ungefähr zu zwischen zwanzig vierzehn und zwanzich zweiundzwanzig.

00:08:28: da wurden auch teilweise sehr teure Projekte eingekauft von Bautägern.

00:08:31: das heißt die haben für Grundstücke zu hohe Preise bezahlt und diese Preise konnten dann wenn man ein Projekt geplant hat für das Grundstück.

00:08:40: dann konnte man das nicht mehr auf dem Markt unterbringen Weil sich einfach die Marktsituation so geändert hat, mit dieser Zinswende und mit der Kim

00:08:47: V.O.,

00:08:48: gab dann eben viel weniger Nachfrage Und die Finanzierung von solchen Projekten wurde viel teurer.

00:08:52: Das hat ja auch einigen Bauträgern quasi das Leben gekostet.

00:08:56: Zu den Mietwohnungen vielleicht noch.

00:08:57: Es ist wirklich so dass frei finanzierte Mietwonungen gerade sehr wenige gebaut werden.

00:09:01: Wenn man am Markt schaut, dass man findet Eigentumsprojekte gibt es nach wie vor Sind ein paar tausend Wohnungen im Jahr Aber die frei finanzierenden Mietwanungen Die gibt's derzeit kaum, vor allem auch deswegen weil es weniger globale Investoren auf dem Markt gibt die dann halt diese ganzen neuen Häuser mit diesen frei finanzierten Mitwohnungen am Ende kaufen wenn sie fertig sind.

00:09:24: Du hast doch an den Wohngremium teilgenommen von Babla und da frage ich mich was hast du denn damit genommen?

00:09:31: Wurde da so übers leistbare Wohnen vor allem gesprochen?

00:09:34: Ich hab nicht teilgenommen.

00:09:35: das waren keine Journalisten vorgesehen.

00:09:38: Ich habe danach ein bisschen recherchiert, wer dabei war und um was es gegangen ist.

00:09:42: Das ging vor allem um leistbares Wohnen.

00:09:43: Da gab's eine Bisschen Aufregung weil die Projektentwickler zum Beispiel haben gesagt sie würden da auch gerne rein in dieses Gremium.

00:09:50: das war aber nicht vorgesehen dass die da auch sind.

00:09:52: Die gewerbliche Immobilienwirtschaft ist durch andere Leute vertreten der Wirtschaftskammer vom ÖVoy.

00:09:57: wie gesagt es ist noch nicht allzu viel passiert.

00:09:59: das Gremiam soll zweimal im Jahr tagen das zweite Mal dann September oder Oktober.

00:10:06: Das erste Treffen war jetzt mal ein Kennenlerntreffen.

00:10:09: Die neue Abteilung in Barblas-Ministerium hat die Pläne vorgestellt, was wohnpolitisch gerade in Arbeit ist und wo die Reise hingeht.

00:10:16: sozusagen in den nächsten zwei Jahren aber passiert es eben noch nicht viel.

00:10:19: also die Fachleute die da drinnen sitzen das sind auch Architekten, Architektinnen drinnen oder Fachleuten beim Thema Wohnungslosigkeit zum Beispiel oder Dekarbonisierung auch.

00:10:30: Also die Fach leute die dort drin sitzen können Themen vorschlagen Ideen einbringen Aber so richtig, also abgestimmt oder so was?

00:10:38: Oder verhandelt sich da drinnen nicht.

00:10:39: Das ist nur ein reines Vernetzungstreifen sozusagen.

00:10:43: Also dann müssen wir erst das weiterverfolgen, was es da tut.

00:10:46: Was sicher aber getan hat, ist dass jetzt seit dem Jahr zum Jahr- und Zwei-Tausendzeig das Mietenwärtssicherungsgesetz erneuert wurde.

00:10:53: Das heißt Berichtwertmieten gilt da, dass es maximal einen Prozent Wertssicherung geben kann und die Inflation über drei Prozent wird da nur halb weitergegeben.

00:11:03: Es sind als Maßnahmen Das wirklich leistbarer machen für Mieterinnen und Mietern das Wohnen?

00:11:08: Genau, also da sind eigentlich zwei verschiedene Maßnahmen.

00:11:10: Der einen Prozentige Deckel gilt bei den Richterbieten, also bei den Altbauwohnungen.

00:11:13: Und die Maßnahme mit dem drei Prozent plus X betrifft den Teilanwendungsbereich des Mietrichtsgesetzes, also Neubauwohnung.

00:11:21: Es macht... Die Massnahme des MiWeG-Macht sorgt dafür dass die Inflation nicht voll weitergegeben werden darf von VermieterInnen und Vermietern.

00:11:31: Insofern greift das Miwegg zwar schon auch in bestehende Mitverträge ein, aber bei einem befristeten Vertrag und von denen gibt es ja sehr viele gilt das nur über die Laufzeit des Vertrages.

00:11:41: Und wenn der Vertrag beendet ist und eventuell dann verlängert wird oder wenn es halt einen neuen Vertrag für die Wohnung gibt mit einem anderen Mieter, einer anderen Mitterin baden kann der Vermieter die Vermieterin die Mietbehöhe wieder neu festsetzen.

00:11:53: Das heißt der Deckel der davor gegolten hat beim vorigen Mietvertrag gilt für den nächsten Mietvertrag nicht mehr, da kann man dann die Mitte höher wieder neu festsetzen und dann gilt natürlich für die Laufzeit des nächsten Vertrages wieder dieser Deckel.

00:12:06: Aber eben immer nur für die Laufzeit des Vertrags und wenn der befristet ist gibt es halt dazwischen immer die Möglichkeit die Mitte anzuheben.

00:12:13: Das heißt von daher ist es auch eben für Vermieterinnen und Vermietern einfach vorteilhafter eine Befristung zu machen?

00:12:19: Natürlich!

00:12:20: Und jetzt ist das aber auch so.

00:12:21: was jetzt auch neu ist für MieterInnen und Mieters ist dass die Mindestbefristung von drei auf... Fünf Jahre gehoben wurde, das klingt natürlich erst einmal gut weil man will ja meistens doch länger drinnen leben.

00:12:33: Aber ist es nur gut oder bringt das auch Nachteile für Mieterinnen und Mietern?

00:12:37: Oder ist das eigentlich nur gut?

00:12:38: Es ist nicht nur gut aber es ist auf jeden Fall ein erster Schritt in Richtung längerfristiger Mitverträge Wobei man dazusagen muss, das war davor schon so.

00:12:47: Dass es nicht nur dreijährige gab's und dann gab auch fünf oder zehn Jahre.

00:12:52: Aber die Mindestbefristungsdauer ist ihm jetzt von drei auf fünf Jahren angehoben worden.

00:12:55: Das heißt, dass gibt für große Vermieter – und das ist jetzt die Einschränkung – nur noch die Möglichkeit, für fünf Jahre zu befristen.

00:13:01: Wenn man jetzt ein kleiner Vermietter ist... Die Abgrenzung ist nicht ganz eindeutig.

00:13:06: Allgemein gilt man als kleiner Vermitter wenn man nicht mehr als fünf Wohnungen hat oder ab fünf Wohnen.

00:13:12: So genau weiß ich es auch nicht!

00:13:14: ist auch glaube ich ein bisschen umstritten, aber für kleine Vermieter jedenfalls gilt eine Ausnahmeregelung und da gelten dann weiterhin die drei Jahre, die man bisher kannte.

00:13:23: Was jetzt auch ein Thema ist.

00:13:25: also die OECD hat kritisiert dass zu viele wohlhabende Leute im sozialen Wohnbau leben würde so sagen da ist was dran.

00:13:32: also jetzt eben zum leistbaren Wohn noch mal einen Schwenk zu machen.

00:13:36: das soziale Wohnbaus gibt es ja irgendwie schon viel Und ist aber natürlich auch schwer, eine Gemeindewohnung oder eine Sozialbauwohnung zu bekommen.

00:13:44: Wird da sozusagen nicht genügend kontrolliert?

00:13:46: Warum kritisiert jetzt die OECD dieses Thema so sehr?

00:13:51: Ja das ist in anderen Ländern ganz anders.

00:13:53: Da gibt es niedrigere Einkommensgrenzen im sozialen Wohnbau.

00:13:56: In Österreich gibt's die Diskussion schon seit vielen Jahren dreht sich meiner Meinung nach immer im Kreis und es ist eigentlich eine rein politische Entscheidung.

00:14:04: Will man lieber dass die Häuser im sozialen Wohnbau gut durchmischt sind.

00:14:08: Das soll also quasi fast alle Einkommensschichten drinnen vertreten sind, um dann halt zum Beispiel auch zu vermeiden dass es zu sozialen Brennpunkten kommt?

00:14:18: oder will man andererseits eben schauen das man mit dem Bestand des sozialen Wohnbaus zum allergrößten Teil jene wohnversorgt die's halt wirklich brauchen?

00:14:28: Es ist eine Frage.

00:14:30: ich finde es hat beides etwas für sich.

00:14:32: in Wien versucht man ein bisschen Die Eierlegende wollen mich so zu schaffen, ein bisschen von beiden etwas zu schaffen.

00:14:39: Aber aktuell gibt es halt viel zu wenig Angebot im günstigen Segment weil wenig gebaut wird und weil auch kaum was frei wird.

00:14:45: das muss man auch dazu sagen wer gerade eine günstige Wohnung hat überlegt sich zweimal ob er sie verlässt Weil man findet halt derzeit schwer was Neues.

00:14:55: Und zur Diskussion mit der Durchmischung Es ist eine schwierige Frage letztlich politisch zu entscheiden.

00:15:00: Es ist aber halt so dass das österreichische System des gemeinnützigen Wohnbaus das international schon sehr beachtet wird, muss man schon sagen.

00:15:10: Da kommen immer wieder Delegationen aus fernen Ländern her um sich das anzuschauen.

00:15:16: Ich hatte ja vor kurzem mal eine Gruppe deutscher Studenten hier die sich den sozialen Wohnbau in Wien angeschaut haben denen ein bisschen was erklärt habe.

00:15:24: und das wichtige daran ist dass wenn man das ganze System anschaut dann ist es ja so, dass die Wohnungsgemeinnützigkeit, das ist die eine Säule mit dem Wohnungsgemeinigkeitsgesetz und die andere Säulen ist aber der Womba-Förderbeitrag.

00:15:37: Der von allen Österreicherinnen und Österreichern eingehoben wird, der das ganze System finanziert.

00:15:42: und dieser Wombaförderbeitrag wird wie schon gesagt wirklich von allen bezahlt.

00:15:47: Jeder von uns bezahlt also in Wien ist jetzt Nullkommafünfundsebzig Prozent Lohnsumme.

00:15:53: In den anderen Bundesländern sind es noch NullKommafünfe.

00:15:56: Vielleicht wird das jetzt auch bald erhöht, mal schauen.

00:15:59: Alle zahlen mit dieses System und deswegen gibt es viele... Und ich tendiere auch zu dieser Meinung die sagen wenn schon alle dieses System mit finanzieren dann sollten auch zumindest so viele wie möglich vielleicht das oberste Zehntel.

00:16:13: Die obersten zehntausend oder so?

00:16:15: Die obersen

00:16:15: Zehnteusend genau!

00:16:17: Die vielleicht gerade nicht aber alle anderen können durchaus von diesem System profitieren.

00:16:24: Und die Einkommensgrenzen sind ja auch so gestaltet derzeit, dass es so ist, also ich glaube man... ...achtzig Prozent oder so aller Wienerinnen und Wienern haben die Möglichkeit eine geförderte Wohnung zu

00:16:33: bekommen.".

00:16:34: Das heißt du würdest sagen, Wien ist immer noch die Vorzeigestatt für sozialen Wohnbau?

00:16:39: Also wenn du sagst, das kommen internationale Delegationen um sich ein Beispiel zu nehmen.

00:16:44: Man hört das ja auch immer wieder.

00:16:46: Ich habe auch zum Beispiel gehört in Seattle, in den USA wo es ja auch sowas an sich nicht gibt, zum Beispiel dass sie sich da auch schon an den Werner-Model ein Beispiel genommen haben.

00:16:56: Also würdest du sagen das ist immer noch so oder hat sich das doch verändert?

00:17:00: Also ich denke es ist immernoch so.

00:17:02: man muss halt immer wieder an Stellschrauben drehen.

00:17:05: Das macht man auch in Österreich.

00:17:06: Es gibt zb alle paar Jahre gibt's eine Novelle des Wohnungsgemeindeziktsgesetzes Die Wombaförderrichtlinien werden auch alle paar jahre in den Ländern novelliert weil so grundsätzlich ist es schon so.

00:17:16: Wien baut ja zum Beispiel auch wieder Gemeindewohnungen seit ein paar Jahren, allerdings halt nur zu zwei bis drei Hundert pro Jahr.

00:17:22: Aber im Großen und Ganzen muss man sagen das Team schon so noch.

00:17:26: es ist halt nur wenn andere Delegationen aus fernen Ländern kommen dann ist es halt auch schwierig zu verstehen erstens zu verstehen das ganze System und zweitens Noch schwieriger ist es dann, das ganze System in anderen Ländern so umzusetzen wie es in Österreich dieser zehnte Lang gewachsen ist.

00:17:45: Wenn man das versucht in einer Legislaturperiode wird das wahrscheinlich gar nicht zu schaffen sein.

00:17:49: Wie stehen wir denn im europäischen Vergleich da?

00:17:51: Also dass EU-Parlament zum Beispiel fordert Maßnahmen gegen die Wohnraumkrise.

00:17:56: Wir sind in Berlin London Paris Überall ist es sehr schwierig und extrem teuer Wohnungen zu mieten Und auf allem junge Leute tun sich auch sehr schwer.

00:18:06: Würdest du sagen, wir stehen im Vergleich dann noch gut da?

00:18:09: Ja.

00:18:09: Aber man muss natürlich auch sagen, Österreich ist ein Land der Mieterinnen und Mietern.

00:18:13: Deswegen ist auch unser Mietrecht viel, sagen wir mal besser und ausgereifter als zum Beispiel in Osterebischen Ländern.

00:18:21: Österreich ist eine Land der Meterin und Miete und deswegen sind die Wohnkosten pro Person, pro Haushalt grundsätzlich schon im höheren Segment.

00:18:30: Ich habe da jetzt auch eine Statistik hier

00:18:31: z.B.,

00:18:32: die auch von Reifessen stammt.

00:18:34: Da wurde z. B. einige Weiß nicht, zwanzig europäische Länder oder so aufgereiht.

00:18:38: Und da liegen die Wohnkosten in Österreich bei siebenhundert Euro

00:18:43: im Monat.

00:18:45: Liegt halt eben wie gesagt daran das sehr viele Österreicher und ein Österreicher mieten.

00:18:50: In Osterupper gibt es wahnsinnig hohe Eigentumsgeboten.

00:18:54: Das hat dann wieder den Nachteil dass das dort kaum zu Sanierungen kommt.

00:18:58: In so Eigentumshäusern in Osterupa kann man sich vorstellen, da fehlt's dann nicht nur am Geld sondern auch an der Mehrheitsbeschaffung für solche Sachen.

00:19:05: Und noch zum EU-Parlament, da gibt es ja jetzt auch eine... Also die EU hat in den letzten Jahren ziemlich viele Initiativen gestartet was das leistbare Wohnen betrifft weil's da in vielen EU-Ländern grießelt.

00:19:16: Da gab's auch einen Ausschuss im EU-Parlament.

00:19:18: der hat sich auch z.B.

00:19:19: auch in Wien die Situation angeschaut war dann aber auch in Paris und Barcelona und so ich habe in Amsterdam und da gibt's jetzt halt Maßnahmen.

00:19:27: da wurde Wien auch teilweise als gutes Vorbild genannt dass den sozialen Wohnbau hierzulande betrifgt.

00:19:34: Es ist zwar noch ein positiveres Beispiel in Wien, aber was würdest du jetzt sagen?

00:19:39: Was müsste so in den nächsten fünf Jahren passieren damit das doch nochmal leichter wird.

00:19:43: Also man hat ja eben auch in euren Artikel gelesen dass sich trotzdem sehr viele Leute auch sehr schwer tun und eben sehr lange auf Wartelisten stehen.

00:19:52: Ja ein Thema das nicht allzu oft oder vielleicht ein bisschen im Hintertreffen ist Das ist der Leerstand.

00:19:58: es gibt ziemlich viele leer stehende Wohnungen vor allem Häuser.

00:20:03: Niemand weiß, wie hoch die Zahlen in Österreich wirklich ist.

00:20:06: Es gibt Zahlen von der Statistik Austria und das wurde dann halt im Hilfe des Wohnungs- und Gebäuterregisters irgendwie errechnet mit dem Melderegister übereinandergelegt aber so richtig genaue Zahlen hat niemand.

00:20:19: da ist jetzt auch ein bisschen.

00:20:20: dieses Gremium was ich vorhin erwähnt habe will da jetzt auch in diese Richtung gehen was die Lehrstandserhebung betrifft.

00:20:25: Aber natürlich muss viel mehr gebaut werden in den nächsten Jahren.

00:20:28: Und vor allem auch das Richtige muss gebaut werden also nicht die teuren Penthouse-Wohnungen, die sich hier keiner leisten kann.

00:20:34: Sondern eben günstige Wohnungen.

00:20:37: Günstig ist halt auch relativ ... Die neue Wiener Wombastattritte in Elke handelt war scherzig mit einem ersten Interview ein bisschen in den Nesseln gesetzt weil sie die Höhe erdessen was sie noch als günstiger Miete ansahen ziemlich hoch angesetzt hat so bei zehn Euro oder so.

00:20:51: Es muss also mehr gebaut werden.

00:20:52: das richtige also günstigen Mitwohnungen brauchen wir und was noch dazukommt ist dass Bodensparende bauen das notwendig ist können nicht mehr so viel Boden verbrauchen wie in den letzten Jahrzehnten, das geht sich einfach nicht mehr aus irgendwann.

00:21:04: Das heißt die allerbeste Variante wäre dort zu bauen wo man den Grund schon hat und nicht wieder der Stadt gehört oder wo man ihn vielleicht dann im Baurecht bekommen kann also wenn man auf jeden Fall den Grund preislich bezahlen muss dann werden die Rechnungskosten schon mal wesentlich günstiger.

00:21:18: Und das heißt wir brauchen Nachverdichtungs- und Aufstockungsprojekte.

00:21:22: also wir müssen dort bauen wo schon Infrastruktur vorhanden ist.

00:21:25: da führt kein Weg daran vorbei.

00:21:27: Und was wäre jetzt so ein wichtiger Tipp für dich an Wohnungssuchende, um eben nicht zu sehr zu leiden bei dem ganzen Prozess?

00:21:34: Also wenn mich wer fragt, sage ich immer natürlich die ganzen Portale, die man kennt.

00:21:38: Dann sollte man halt regelmäßig drauf schauen.

00:21:41: und es gibt dann aber auch die gemeinnützigen Bauvereinigungen, die haben auf ihren Websites eigene Seiten für wiedervermietete Wohnungen.

00:21:48: da sind Wohnungen, Meistens auch keine Einkommensgrenzen mehr gibt.

00:21:56: Das sind ein bisschen ältere Wohnungen meistens, die sind da vielleicht für ein, zwei Tage online weil dann auch so viel Christrum ist und dann sind sie wieder weg.

00:22:02: das heißt man muss da wirklich jeden Tag drauf schauen und sich sofort melden wenn man sieht was einen interessiert.

00:22:09: also man muss wenn man Wohnung sucht dass es fast ein Fulltime Job

00:22:13: ja.

00:22:15: aber weil wir eben belohnt sich das sind was würdest du sagen lohnt sich wohnen in Wien noch?

00:22:20: ich sage jetzt wie denn weil wir die ganze Zeit über Wien gesprochen haben.

00:22:23: Natürlich sind andere Städte wieder anders in Österreich, aber würde ich das sagen?

00:22:27: In Wien lohnt es sich noch oder sind wir bald wie in Berlin und in München, wo es halt wirklich jenseits der Tausend Euro Miete für kleine Wohnungen so ausschaut.

00:22:36: Oder sind wir da noch gut dabei?

00:22:38: Also wir haben das große Glück dass wir den gemäßigen Sektor haben.

00:22:42: Glück deswegen weil's bei uns nicht so ist wie in Deutschland, wo jedes Jahr Hunderttausende Sozialwohnungen aus dem System rausfallen, weil die Förderung aus ist und dann die Wohnungen zu höheren Preisen vermittelt werden können.

00:22:55: Dafür bewahrt uns die Gemeinnützigkeit.

00:22:58: Es gibt halt schon wie vorhin gesagt man muss da und an irgendwelchen Schrauben drehen.

00:23:02: Die Wiedervergabe dieser Mitwohnung auch zum Beispiel die Gemeindewohnungen Ist eine Herausforderung.

00:23:08: Insgesamt aber glaube ich schon dass wir von zum Beispiel Münchner Verhältnissen noch ein Stück weit entfernt sind in Wien.

00:23:17: Ja gut, das Schlusswort.

00:23:18: Vielen Dank Martin.

00:23:19: also ich nehme mit es muss auf jeden Fall mehr gebaut werden und wenn man eine Wohnung sucht ist ein Fulltime Job leider.

00:23:27: Also man kann's leider nicht schön reden aber man muss bei den Portalen auf jeden fall alles immer im Blick behalten und auch alle Angebote nutzen die eben auch von der Stadt online angeboten werden.

00:23:40: vielen dank Martin dass du ins Studio gekommen bist.

00:23:43: gerne

00:23:44: Und auch an euch, liebe Hörerinnen und Hörern.

00:23:46: Vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt!

00:23:48: Wenn es euch gefallen hat dann freuen wir uns über eine gute Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns gerne hört.

00:23:55: Und wenn ihr Feedback und Fragen habt, dann schreibt uns bitte auf podcast atderstandard.at.

00:24:00: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.

00:24:03: Ich bin Melanie Reidel Tschau und bis zum nächsten Mal.