Lohnt sich das?

Lohnt sich das?

Der STANDARD-Podcast über Geld

Transkript

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00:00:04: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um mit dem Investieren anzufangen und wie trennt man sinnvolle Strategien von kurzlebigen Hypes?

00:00:12: Über diese und weitere Fragen habe ich in einer vergangenen Folge mit meinem Studio-Gast gesprochen.

00:00:17: Viel Spaß beim Anhören!

00:00:28: Willkommen zu Lohnsichters.

00:00:30: – Der Standard Broadcast über Geld.

00:00:32: Mein Name ist Annika Dang.

00:00:35: In den letzten Jahren haben das Interesse an Finanzen und der Umgang mit diesen in der Bevölkerung stark zugenommen.

00:00:40: Doch gerade zu Beginn ist die Angst vor Fehlentscheidungen besonders groß.

00:00:45: Wodüber angehende Anlegerinnen, besonders häufig stolpern und wie sich gängige Fehler vermeiden lassen – das verdäht in unserer heutigen Folge meinen Studiogast Manfred Fürwert!

00:00:55: Er ist Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien und beschäftigt sich unter anderem mit unserem Verhalten im Bezug auf Finanzentscheidingen.

00:01:03: Willkommen bei uns im Studio!

00:01:05: Ja vielen Dank.

00:01:06: Wenn euch unser Podcast gefällt, dann abonniert doch gleich noch bevor es losgeht auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr Podcast hört.

00:01:14: Dann seid ihr auch immer die Ersten, die eine neue Folge hören können!

00:01:18: Lieber Herr Fürwirt Sie forschen unter anderem zum Themengebiet Behavioral Finance.

00:01:24: Was genau kann man sich denn darunter vorstellen?

00:01:27: Behavioural Finance heißt übersetzt Verhaltensorientierte Finanzwirtschaft und dabei geht's um den Einfluss von Psychologie auf Finanzentscheidungen.

00:01:35: Man untersucht meistens psychologische Fehler und zwar Fehler, die Anleger machen.

00:01:39: Und weil die Anlegger eben diese Fehler machen reduziert das natürlich den Erfolg bei der Geldanlage.

00:01:45: Außerdem haben diese Fehler natürlich auch einen Einfluss auf die Wertpapierpreise am Kapitalmarkt wenn viele Anlegers die gleichen Fehler machen.

00:01:52: Wenn es zum Beispiel ein Hype um eine bestimmte Art von Wertpapers gibt dann steigt die Nachfrage nach diesem Wertpaper und in der Folge steigen die Kurse ungerechtfertigt.

00:02:01: Viele Menschen müssen sich ja erst einmal überwinden, bevor sie sich überhaupt genauer mit ihren Finanzen beschäftigen.

00:02:07: Gibt es da eigentlich eine Erklärung warum das so ist?

00:02:10: Ja ich glaube, dass liegt daran, dass die Menschen in den letzten Jahrzehnten zu wenig Ausbildung in Finanzangelegenheiten bekommen haben und was man nicht versteht dabei fühlt man sich unsicher.

00:02:19: Und diese Unsicherheit führt dann dazu, dass man sich schlecht fühlt.

00:02:23: und weil viele Menschen ein sogenanntes Selbstkontrollproblem haben schieben Sie dieser schlechte Gefühl möglichst weit in die Zukunft.

00:02:30: Das heißt, sie schieben es möglichst weit in die Zukunft sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen.

00:02:34: Und das Ganze bis zu einem Zeitpunkt, zu dem's dann oft schon zu spät ist.

00:02:38: Zum Beispiel ist es mit fifty-fünfzig Jahren relativ spät mit der Pensionsvorsorge anzufangen.

00:02:44: Jetzt haben Sie ja gerade schon den Punkt angesprochen dass Menschen das gerne aufschieben oder häufig aufschiben.

00:02:50: Jetzt sagen eben auch viele, ja Sie haben das Gefühl sie sind sowieso schon zu spät dran und dass jetzt nicht nur Menschen die jetzt mit fünfundfünfzig sagen, sie wollen sich da irgendwie um die Pensionsvorsorge kümmern.

00:02:59: Sondern auch viele Jungen haben das gefühlt, sie haben den Moment schon verpasst wo man hätte einsteigen können.

00:03:05: Würden Sie sagen, dass das gerechtfertigt ist?

00:03:07: Naja zum einen muss man mal sagen, den perfekten Einstiegszeitpunkt wird man höchstwahrscheinlich nicht hinbekommen.

00:03:13: Wenn dann wird es eher zufällig gelingen.

00:03:15: aber das sogenannte Market Timing funktioniert nicht gut.

00:03:18: Das zeigen viele wissenschaftliche Studien.

00:03:21: Der Grund, warum viele Menschen Angst haben zum falschen Zeitpunkt in den Kapitalmarkt einzusteigen?

00:03:26: Das ist das sogenannte Regret-Problem.

00:03:28: D.h.,

00:03:29: man hat Angst dass man eine Entscheidung trifft und dann merkt man danach, dass es eine schlechte Entscheidung war.

00:03:34: Deswegen versucht man oft Entscheidungen überhaupt zu vermeiden.

00:03:37: Aber hilfreich ist natürlich nicht.

00:03:39: Im konkreten Fall denn sie ansprechen schiebt man den Wertpapierkauf auf damit man vermeidet Dass man das Wertpapers zu einem nicht optimalen Zeitpunkt kauft.

00:03:48: In der Fachsprache nennt man das den antizipierten Regret.

00:03:51: In Wirklichkeit bewirkt der Zinseszins-Effekt, dass man möglichst früh beginnen sollte für die eigene Pension vorzusorgen oder für ein Ziel anzusparen.

00:04:00: Wenn man langfristig investiert sind da genaue Zeitpunkte, wann man einsteigt und wenn man aussteigt fast schon lebensäglich.

00:04:07: Wichtig ist nur, dass Man möglichst lange im Kapitalmarkt investiert ist.

00:04:11: so kann man über einen möglichst langen Zeitraum auch Zinsen und Risikopremien verdienen.

00:04:16: Viele Menschen wollen noch nicht investieren weil die Aktienmärkte gerade einen Höchststand erreicht haben.

00:04:21: Dazu muss man aber Folgendes sagen, Aktien haben grundsätzlich eine positive erwartete Rendite.

00:04:26: Daraus resultiert das selbst bei einem Hochstand.

00:04:29: davon auszugehen ist dass die Aktie im Erwartungswert auf lange Sicht noch weiter steigen werden.

00:04:35: deswegen ist es selbst ein Hochstand kein schlüssiges Argument jetzt nicht in den Aktiemarkt einzusteigen.

00:04:40: Das heißt zusammengefasst kann man sagen den falschen Zeitpunkt gibt's genauso wenig wie den richtigen.

00:04:46: Ja, ich würde sagen den falschen Zeitpunkt weil es meist im Nachhinein.

00:04:50: Auf der anderen Seite war es wohl noch nie so einfach wie jetzt Geld anzulegen.

00:04:54: Es gibt viele Möglichkeiten über Apps das zu machen sich online einzulesen in Investment-Tipps.

00:05:00: aber das kann ja auch überfordern sein.

00:05:02: was würden Sie sagen?

00:05:03: Wie sollte man denn am besten vorgehen wenn man jetzt in das Thema einsteigt?

00:05:07: Ja sie haben recht!

00:05:08: Das ist heute relativ einfach Geld anzulegen und das liegt daran dass wir eben sehr viele verschiedene Wertpapiere haben Und für fast jedes gewünschte Risiko-Rendit Profil gibt es am Kapitalmarkt auch gute Finanzprodukte, zum Beispiel ETFs.

00:05:22: Aber wie Sie richtig sagen, je mehr Informationen man hat umso eher wird man bei der Entscheidung überfordert sein und dann wird auch der Antizipierte Regret höher.

00:05:31: Das ist wie wenn sie in ein Eissalon gehen und dort gibts fünfzig verschiedene Eissorten.

00:05:35: Dann tun sie sich auch schwerer als wenn's dort nur fünf Eissorte gibt.

00:05:38: Der schwierige ist dass man aus der Fülle an Informationen herausfiltern muss.

00:05:42: Welche Informationen sind hilfreich und welche führen eher in eine Sackgasse?

00:05:47: Und dazu braucht es natürlich Finanzwissen.

00:05:49: Ich persönlich wirke seit ein paar Monaten auch in der Ausbildung von Wirtschaftslehrern mit, und halte dabei einen Kurs zum Thema Geldanlage.

00:05:57: Die Idee ist, dass ich jetzt einmal die Wirtschaftslehre ausbilde.

00:06:01: Die Wirtschafts-Lehrer bilden dann ihre Schüler aus und die Schüler tragen das Ganze dann in ihre Familien so dass eventuell sich auch die Eltern leichter tun wenn es um Geldfragen geht.

00:06:10: Das ist natürlich ein indirektes Konzept und ein eher langfristiges Konzept.

00:06:14: Außerdem schreibe ich zu dem Thema Geldanlage auch Bücher, Kolumn und Geb-Interviews in Zeitungen.

00:06:20: Das Ziel ist einfach dass das Finanzwissen der Bevölkerung dadurch erhöht wird damit bei der Geldanlagen weniger schief gehen kann.

00:06:26: Wenn es aber jetzt dann darum geht, wirklich das eigene Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren ist wie Sie schon gesagt haben die Angst vor Verlusten meist groß.

00:06:35: Das ist ja einerseits nachvollziehbar.

00:06:36: auf der anderen Seite habe ich gelesen dass das eben auch ein echtes Hindernis beim Anlegen werden kann.

00:06:43: wo dann liegt es?

00:06:44: Ja sie haben recht.

00:06:45: also grundsätzlich ist es natürlich verständlich dass man vorsichtiger ist wenn es ums eigene Geld geht.

00:06:50: Aber die wissenschaftliche Literatur zeigt auch dass viele Menschen eine sogenannte Verlusterversion haben Und das bewirkt jetzt folgendes.

00:06:57: Zum einen fühlt man sich nach Verlusten sehr schlecht und weil man sich eben so schlecht fühlt, geht man im Verlusterbereich zu hohe Risiken ein.

00:07:06: Die Idee ist ich fahre eine riskante Strategie und wenn die aufgeht dann kann ich mich vielleicht vom Verlustebereich in den Gewinn-Bereich retten.

00:07:14: Dann fühle ich mich natürlich weniger schlecht.

00:07:16: und das Problem ist nur wenn es ganze schiefgeht, dann rutscht man auch tiefer in die Verlusszone und dann fühlt mal sich natürlich noch schlechter.

00:07:23: Umgekehrt bewirkte Verlustaversion aber auch dass man nach Gewinnern nur sehr wenig riskiert, weil man sich ja im Gewinnbereich eh wohlfühlt und wenn man nicht riskieren will, dass man vom Gewinnbereich in den Verlustbereich kommt.

00:07:35: Das klingt zwar jetzt für viele Menschen plossibel aber es muss natürlich auch klar sein, wenn wir weniger riskiert dann kann man auch nur geringere Renditen erwarten.

00:07:44: Und das führt dann insgesamt dazu, dass viele Anleger Angst vor Verluste haben und deswegen keine Aktien kaufen.

00:07:51: In der Folge sind die Aktien eher unterbewertet Und das führt wiederum dazu, dass man mit Aktien langfristig im Vergleich zu dem Risiko, das man eingeht, übermäßig viel verdienen kann.

00:08:01: Dafür gibt es sogar einen Namen in der Wissenschaft nämlich der sogenannte Equity Premium Puzzle.

00:08:07: So wenn man jetzt diese Angst einmal hinter sich gelassen hat und sagt man steigt jetzt ein, man beginnt zu investieren und ist da besonders selbstbewusst dann habe ich gelesen muss man ja auch aufpassen.

00:08:16: also zu viel Selbstbewusstsein kann ja auch hinderlich sein.

00:08:20: können sie mal sagen was dahintersteckt?

00:08:22: Ja, da haben Sie recht.

00:08:23: Gibt es eine ganze Menge an Beispielen.

00:08:25: Zu viel Selbstbewusstsein kann jetzt dazu führen dass man sich unverwundbar fühlt und dass man einfach zuviel riskiert.

00:08:31: Man nennt dieses Phänomen in der Behavioural Finance Overconfidence.

00:08:36: Und gerade am Finanzmarkt gibt's einige Studien die zeigen das Anleger Overconfident sind.

00:08:41: Es gibt auch ein ganzes Reihe an praktischen Anekdoten Die zeigen, dass Menschen Over Confident sind.

00:08:47: Es gibt viele Situationen wo Mitarbeiter von Finanzinstitutionen Folgepunkt mit Overconfidence heimungslos spekuliert haben und die Folge waren dann massive Verluste.

00:08:57: Ich kann Ihnen an zwei Beispiele sagen, zu meinen haben wir gehabt den Nik Liesen von der Bering's Bank in den Neunzelneinzigerjahren, der hat ihn hoch im Ausmaß spekultiert, hat so einen Verlust von Achtunddreißig Millionen Pfund verursacht und auf diese Art die Bank zerstört.

00:09:12: Ein anderes Beispiel war ein Mitarbeiter von der Societier General, der hatte im Jahr Zwei-Tausendach in ganz großem Stil spekulliert hat einen Verlust von fünfzig Milliarden Euro gemacht und dabei wäre das von Unternehmen fast pleite gegangen.

00:09:25: Das sind natürlich schon sehr, sehr krasse Beispiele.

00:09:27: Wenn Sie sagen, wo man das festmachen kann, dann sind es vielleicht vorwiegend Männer die dann so handeln als jetzt von Ihren Beispielen?

00:09:34: Also zu Ihrer Frage ist gibt natürlich Untersuchungen ob eher Männer oder Frauen oberkonfidenz sind und da kommt relativ oft heraus dass v.a.

00:09:42: Männer oberconfident sind.

00:09:43: umgekehrt muss man sagen Ich habe eine ähnliche Studie gemacht für den österreichischen Kapitalmarkt und da ist rausgekommen kein Unterschied zwischen Männern und Frauen.

00:09:51: Aber Tenezell, der Größter der Literatur deutet eher darauf hin dass Frauen Verlusterwärser sind aber Männer dafür oberkonfident.

00:09:59: Die wenigsten von uns sind jetzt ja Finanzexpertinnen ganz im Gegensatz zu ihnen das eigene Geld wollen aber dennoch alle gut eingelegt wissen.

00:10:07: viele orientieren sich dabei auch an dem was andere machen.

00:10:11: wenn sie sagen dass es eine kluge Strategie ist

00:10:14: Na ja, grundsätzlich halte ich das für keine gute Strategie.

00:10:17: Der Fahrausdruck dafür ist der sogenannte Herdenverhalten.

00:10:20: Das heißt man macht etwas was die anderen auch tun und meistens macht man es ziemlich unkritisch und ohne darüber nachzudenken ob das auch sinnvoll ist.

00:10:28: Das ist so ungefähr wie wenn Sie bei einer schriftlichen Prüfung sitzen und dann vom Sitznachbarn abschreiben, der aber weniger weiss aus sich selbst.

00:10:35: Ja?

00:10:36: Das klingt jetzt verrückt, aber es gibt Studien die zeigen, dass das wirklich viele Menschen machen.

00:10:42: Dass sie vom Nachbarn die falsche Lösung abschreiben.

00:10:45: Herdenverhalten bei der Geldanlage kann jetzt dazu führen, dass zum Beispiel viele Menschen Kryptowährungen kaufen z.B.

00:10:51: Bitcoins und zwar nur deswegen weil der Nachbar oder der Arbeitskollege das auch gemacht haben.

00:10:57: Ein anderes Beispiel sind die Hypes aller Art, die wir kennen.

00:11:00: Zum Beispiel die Dotcom-Blase, die es vor ungefähr twenty fünf Jahren gegeben hat oder auch was wir im Moment beobachten können der Run auf Aktien im Zusammenhang mit der künstlichen Intelligenz.

00:11:10: Herdenverhalten bewirkt auch folgendes Problem Wenn jetzt viele Anleger eine bestimmte Art von Wertpapier gekauft haben und der Kurs ist deswegen gestiegen dann kaufen wir dieses Wertpapi auch so wie die anderen auch Und umgekehrt.

00:11:22: wenn jetzt viele anleger ein bestimmtes Wertpappier verkauft haben Und der Kurs ist deswegen gesunken, dann verkauft man dieses Wertpapier auch.

00:11:30: Klingt alles logisch aber insgesamt bewirkt es natürlich dass man teuer kauft und zu einem geringen Kurs verkauft.

00:11:37: Das ist in Wirklichkeit genau das Gegenteil von dem was man haben will.

00:11:40: Ja ein Fehler auf den ich bei der Recherche häufig gestoßen bin ist die fehlende oder zu geringe Diversifikation.

00:11:48: Können Sie ja einmal erklären was da genau gemeint ist und warum das so eine schlechte Idee ist?

00:11:53: Diversifikation ist ein ganz wichtiges Konzept bei der Geldanlage.

00:11:57: Und da geht es darum, dass man möglichst viele verschiedene Wertpapiere und verschiedenartige Wertpapiere kauft?

00:12:03: Das Problem ist sehr vorgehend, das man weiß ja im Vorhinein nicht welche Wertpapers in Zukunft steigen werden und welche fallen werden.

00:12:09: Deswegen ist es in Wirklichkeit am besten man kauft von jedem etwas.

00:12:13: Am bestmachen kauft Aktien Anleihen Rohstoffe Immobilien Inflationsgeschützte anleihen und Geldmarktprodukte und am besten das Ganze noch mit einem internationalen Fokus.

00:12:25: Und die Idee bei der Diversifizierung ist, wenn das eine Wertpapier steigt dann kann man damit hoffentlich die Verluste bei den anderen Wertpappieren ausgleichen.

00:12:33: Die Diversifikierung funktioniert umso besser, je geringer die sogenannte Koalition zwischen den einzelnen Wertpapers ist.

00:12:40: Zum Beispiel Wenn ich die VW Stamm-Aktie und die VV Vorzugsaktie kaufe, dann bewegen sich die beiden ziemlich im Einklang weil ja dasselbe Unternehmen dahinter steht nämlich VW.

00:12:52: Das heißt, die Korrelation zwischen den beiden Aktien ist relativ hoch und deswegen habe ich damit auch eine schlechte Diversifizierungswirkung.

00:12:59: Da ist es schon besser wenn ich eine Auto-Aktie kaufe unter einer Pharmaaktie weil die teilweise unterschiedliche Kurs Einflussgrößen haben.

00:13:06: da kann schon eher sein dass die eine Aktie rauf geht und die andere sinkt.

00:13:10: noch besser ist es wenn man nicht nur Aktien kauft sondern wenn man auch andere Wertpapierarten kauft wie zum Beispiel Anleihen ETFs Rohstoff ETFs und offene Immobilienfonds.

00:13:21: da kann man auch eher einen guten Risikoausgleich erreichen.

00:13:24: Wenn jemand viel gelt in nur ein bestimmtes Wertpapier oder eine bestimmte Wertpapiagruppe, wie zum Beispiel Rohstoffe investiert, dann ignoriert er das Konzept der Diversifizierung und deswegen hat er dann ein hohes sogenanntes idiosynkratisches Risiko,

00:13:38: d.h.,

00:13:39: ein hohe diversifizierbares Risiko.

00:13:41: Das unangenehme beim idiosyngratischen Risiko ist dass man laut Finanzmodellen keine Risikopreme für dieses Risiko bekommt.

00:13:49: Das heißt, man geht ein Risiko ein ohne dass man dafür entschädigt wird.

00:13:53: Das Prinzip der Diversifizierung kann man auch gut anhand des Osterhasen-Prinzips veranschaulichen.

00:13:58: Der Osterhase kann alle seine Eier in einen Korb legen.

00:14:02: das entspricht bei der Geldanlage im Stock Picking.

00:14:05: Das heisst, man sucht sich ein Unternehmen aus und hat viel Geld investiert.

00:14:09: Die andere Variante wäre, dass der Osterhaase seine Eiere auf verschiedene Körbe aufteilen.

00:14:14: So können selbst wenn einzelne Körber von Fuchs gefunden werden die Eier in den anderen Kurben unbeschadet übrig bleiben.

00:14:22: Und diese Variante entspricht bei der Geltanlage der Diversifizierungsstrategie.

00:14:26: Man verwendet in diesem Zusammenhang auch den Merksatz Don't put all your eggs into one

00:14:30: basket.".

00:14:32: Das ist natürlich ein guter Tipp für alle, die beginnen sich mit Geldanlagen zu beschäftigen.

00:14:37: aber können Sie noch mal erklären woher kommt denn dieses Verhalten?

00:14:40: oder was sind den Gründe dafür dass Leute wenig diversifizieren würden?

00:14:45: Naja dafür gibt es verschiedene Gründe.

00:14:47: Ein sehr plausibler Grund, warum die Anleger zu wenig diversifizieren ist die Selbstüberschätzung.

00:14:52: Das heißt man glaubt dass es einem gelingt die Aktie herauszupicken, die sich am besten entwickeln wird.

00:14:59: und wenn das so wäre dann wär's natürlich besser diese Super-Aktien zu kaufen statt zu diversifizinieren weil wenn man diversifiziert hat man auch andere schlechtere Aktien im Portfüll.

00:15:09: in Wirklichkeit gelingt das aber selbst den Profis nicht auf Dauer und genau deswegen ist ja die Versifizierung die bessere Strategie.

00:15:16: Ein anderer möglicher Grund ist die sogenannte Schiefepräferenz vieler Anleger.

00:15:20: Was heißt das?

00:15:22: Das heißt, man hat lieber ein Portföhe, dass mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit eine extrem hohe Randit bringt und mit sehr hoher Wahrscheinlichheit eine eher geringe Randit bringt.

00:15:32: Das ist einem Lieber als ein Portföhe, das mit sehr höher Wahrscheinlichkeiten eine mittelmäßige Performance bringt und bei einer sehr gerenge Wahrscheinlichigkeit eine schlechte Performance bringen.

00:15:41: Und einen extrem hohen Randit kann man natürlich nur erzielen wenn man den Großteil seines Vermögens in eine einzige High Flyer Aktien steckt.

00:15:50: Das Problem ist nur, welche Aktien die High Flyers sind – das weiß man im Vorhinein nicht!

00:15:55: Ein anderer Grund für eine schlechte Diversifizierung ist der sogenannte Home-Buyers.

00:16:00: Da geht es darum, dass man verstärkt zu Aktien aus dem eigenen Land tendiert.

00:16:05: Das heißt zum Beispiel, dass die meisten Österreicher weitaus zu viele in österreichische Aktien investieren, genauso investieren die meisten Franzosen bei weitem zu viel in Frankreich und die Engländer zuviel in England.

00:16:16: Was die internationale Diversifizierung betrifft, ist das natürlich suboptimal weil man damit ein hohes Länderrisiko auf sich nimmt.

00:16:23: Besser wäre es eine gute internationale diversifizierung.

00:16:27: Man sollte zum Beispiel einen ETF kaufen auf den MSCI World Index oder einen ETF auf dem MSCI All Country World Index.

00:16:36: Jetzt haben Sie auch schon einige Beispiele genannt für ebenso typische Anlagefehler, die es da gibt.

00:16:41: Haben sie noch ein paar mitgebracht auf die man vielleicht gerade am Anfang besonders achten sollte?

00:16:46: Es gibt leider eine ganz große Menge an möglichen Anlegerfehlern.

00:16:49: Die wichtigsten Fehler haben wir eh vorhin besprochen – Overconfidence, Verlusterversion, Regatta-Version, Herdenverhalten, zu wenig Diversifizierung….

00:16:59: …die Aufzählung und Beschreibung aller Fehler das gibt würde natürlich dem Podcast sprengen!

00:17:04: Aber ich beschreibe einige andere wichtige Anlegerfehler in meinen Büchern.

00:17:08: Eines von den Bücheren ist im Bankverlag erschienen, das andere im Gewinnverlag.

00:17:12: Das Buch im Bank Verlag ist ziemlich umfassend auch sehr tiefgehend und eher wissenschaftlich geschrieben.

00:17:18: Das Buchen-Gewin-Verlag ist um einiges kürzer, sehr angewarnt und relativ schnell zu lesen.

00:17:23: Seit sieben Sagen.

00:17:24: da kann man nochmal sagen ganz genau... nachlesen, wenn man sich irgendwie mit diesen Fehlern und Denkmustern, die uns dabei Einflussen befassen möchte.

00:17:32: Zum Abschluss hätte ich noch eine persönliche Frage an Sie.

00:17:35: Welche Fehler haben Sie denn schon beim Anlegen gemacht?

00:17:38: Ja, ich kann mich erinnern dass ich vor allem in jungen Jahren ein paar Fehler bei der Geldernlage gemacht habe.

00:17:43: zum Beispiel hab' ich damals eher solche Produkte gekauft, die man mir in den Finanzinstituten angeboten hat Und inzwischen weiß ich das.

00:17:51: es besser ist, als man sich zuerst einmal ohne Beratung überlegt Welche Art von Finanzprodukt brauche ich überhaupt, zum Beispiel damit ich gut diversifiziert bin?

00:17:59: Und dann kann man sich in einem zweiten Schritt überlegen welche Produkte am Markt erfüllend diese Anforderungen am besten.

00:18:05: Ein anderer Fehler von mir vor einigen Jahrzehnten war dass ich früher die asset allocation also die Aufteilung des Vermögens auf die einzelnen Anlageklassen eher vernachlässigt habe.

00:18:16: In Wirklichkeit sollte man sich schon in frühen Jahren überlegen wie viel Prozent meiner Vermögen will ich in Aktien investieren?

00:18:23: Wie viele Prozent will ich in der Anleihen stecken?

00:18:25: Wie viel Prozent will Ich in die Mobilien investieren, wieviel Prozent Will ich in Rohstoffe stecken und so weiter.

00:18:31: Und dann hat man gleichzeitig einen Fahrplan, wie man seine nächsten Einkommen investieren sollte.

00:18:36: Und zunehmend bei reduziert der strikte Fahrplan auch das Problem mit dem antizibierten Regret weil man dieses Produkt investiert um seine Ziel-Asset Location zu erreichen und nicht weil man glaubt dass genau jetzt der optimale Zeitpunkt für den Kauf von diesem Produkt ist.

00:18:50: Wie ich es vorhin gesagt habe Market-Timing funktioniert sowieso und erzählt das uns Fällen.

00:18:55: Ja, lieber Herr Furiot vielen Dank für den Versuch bei unserem Studio!

00:18:59: In unserer heutigen Folge haben wir uns ja vor allem mit den Fehlern beschäftigt die man beim Anlegen machen kann.

00:19:05: ich würde sagen man kann mitnehmen der größte Fehler ist erst gar nicht mit dem Anlegen zu beginnen und vielleicht sollte man sich auch nicht zu sehr auf die Fehler versteifen die man machen könnte.

00:19:14: Ich hoffe, unsere heutige Folge hat euch gefallen.

00:19:17: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:19:19: Wenn ihr jemanden kennt von dem ihr denkt das er oder sie von lohnt sich das profitieren könnte dann freuen wir uns natürlich wenn ihr uns weiter empfehlt.

00:19:26: Gebt uns auch gerne eine gute Bewertung auf Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer ihr Podcast hört.

00:19:32: Feedback und Fragen schickt ihr uns am besten an podcastatderstandard.at.

00:19:37: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.

00:19:40: ich bin Annika Dang tschau und bis zum nächsten Mal Untertitel im Auftrag des ZB.