Der STANDARD-Podcast über Geld
00:00:17: Willkommen zu Lohntsichters, der Standard-Podcast über Geld.
00:00:21: Mein Name ist Annika Dang.
00:00:23: Die anhaltende Teuerung spüren viele Menschen in ihrem Alltag ob Lebensmittelpreise oder der Restaurantbesuch.
00:00:30: gerade rund um das Thema Essen müssen wir nun oftmals tiefer in die Tasche greifen.
00:00:35: Eine hohe Restaurantechnik liegt aber nicht immer nur an der Inflation.
00:00:39: Auch ein paar psychologische Tricks können dazu führen, dass das Essen gehen zu einem treuen Vergnügen wird.
00:00:44: Was hinter diesen Mechanismen steckt und wie man sie erkennen und dadurch Geld sparen kann, das verrät mein heutiger Gast Michael Steingruber.
00:00:52: Er leitet das Lifestyle-Resort beim Standard?
00:00:54: Hallo lieber Michi!
00:00:57: Bevor es losgeht, noch ein wichtiger Hinweis an unsere Hörderinnen.
00:01:01: Es lohnt sich den Podcast auf Spotify, Apple-Podcast oder wo auch immer ihr uns hört zu abonnieren!
00:01:07: Dann verpasst ihr auch künftig keine neue Folge mehr!
00:01:10: Lieber Michi die Teuerung beschäftigt viele Menschen?
00:01:13: Merkt man das auch in der Gastronomie?
00:01:15: also gibt es Zahlen und Eindrücke von Gastronominern dass seitens der Gäste gespart
00:01:20: wird?!
00:01:21: Es ist interessant, weil es ein bisschen gegensätzlich.
00:01:24: Also in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt's einige GastronomenInnen... ...und die böse gesagt Jamman oder Berichten von einem hohen Kostendruck.
00:01:32: das glaube ich auch.
00:01:34: Sie erzählen dass die Gäste zurückhaltender sind also vielleicht nochmal einen Getränk bestellen anstatt zwei oder drei oder keine Vorspeise usw.
00:01:43: Ein großes Problem für sie sind die sogenannten No Shows Kestegruppen, die eine Reservierung machen und dann einfach nicht auftauchen.
00:01:51: Ich weiß nicht ob du das schon gesehen hast aber bei manchen Restaurants musst du ja auch sogar schon die Kreditkartendaten hinterlegen wo dann eben so eine Penale verrechnet wird wenn du nicht kommst.
00:02:01: also da ist ein großes Thema.
00:02:02: Also auf der subjektiven Ebene habe ich den Eindruck dass da wirklich eine große Last besteht bei dem Gastronom innen.
00:02:10: Aber ich habe auch ein bisschen versucht Zahlen herauszufinden.
00:02:12: es war nicht so einfach.
00:02:14: Aber was ich gefunden habe, ist von der WKO zum Beispiel.
00:02:17: Die Umsatzerlösen sind von zwanzig-einundzwanzig, von sieben Komma acht Millionen auf elf Komma sechs Millionen angestiegen, zwanzich-zweiundzwantzig und bei der Statistikaustrea hab' ich einen Umsatz plus von vier Komma drei Prozent im Vergleich zwanzi, dreihundzwanzig und vierundzwandzig gefunden.
00:02:35: weiteres ein Umsatz Plus von zwei Komma vier Prozent im ersten halben Jahr, zwanzig fünfundzwanzig was den Großhandeleinkauf anbelangt.
00:02:43: Also irgendwie das passt für mich nicht ganz zusammen.
00:02:46: also die Zahlen sprechen eine andere Sprache als den subjektiven Eindruck der mir von der Rosche vermittelt wird.
00:02:53: Du hast ja vor kurzem auch dazu recherchiert welche Mechanismen dazu führen können dass wir eben manchmal mehr Geld im Restaurant ausgeben als wir geplant haben.
00:03:02: arbeiten alle Gastronominnen mit diesen Tricks?
00:03:05: Der Ausgangspunkt, weil du jetzt Tricks sagst war eben man kennt das ja.
00:03:08: Man will einfach nur so ein einfaches Essen im Restaurant machen und dann kommt die Rechnung und damit der große Schrecken.
00:03:14: auf einmal steht eine riesige Zahl da und natürlich legt es irgendwie nahe.
00:03:18: Bin ich da irgendwie übers Ohr gehaut worden?
00:03:20: Für diesen Artikel habe ich mit zwei Expertinnen von der WU gesprochen Eva Marcot und Quadola Ceja.
00:03:28: Sie kennen sich mit Retailing & Marketing aus.
00:03:31: Und was ich voranschicken möchte und auch die beiden Expertinnen gesagt haben, also es handelt sich da in den allermeisten Fallen nicht um böswillige Tricks.
00:03:40: Vor allem kleine Restaurants haben jetzt gar nicht die Kapazitäten da wirkliche perfide Marketingstrategien zu stricken.
00:03:47: Da passiert einiges sicher intuitiv und aber natürlich gibt's irgendwie diese psychologischen Mechanismen die man natürlich als Gastronom-Gastronomen nutzen kann, um das Marketing zu verbessern und wo es sich auch lohnt für uns als potenzielle Gäste in Restaurants, die zu kennen.
00:04:05: Weil vielleicht wenn man da das beim Hinterkopf behält, kann man dann beim nächsten Restaurantbesuch ein bisschen mehr sparen.
00:04:11: Dann habe ich mir gedacht, vielleicht schauen wir uns das Ganze mal an in so einer Abfolge von einem Restaurantbesuch.
00:04:15: Also manchmal schaut man ja schon bevor man ins Lokal geht mit die Speisekarte online.
00:04:20: welche psychologischen Effekte sagen wir mal machen sich denn hier vielleicht manche zu Nutze?
00:04:26: Ja also wenn man eben ein Restaurant nicht kennt möchte man vielleicht vorher wissen wie teuer ist es und liegt das jetzt im Budget oder nicht?
00:04:33: aber natürlich in den meisten Fällen würde man jetzt nicht die ganze Karte studieren sondern dann nimmt bekannte Produkte zur Hilfe, also ein Schnitzel oder ein Bier.
00:04:44: Und nun könnten das jetzt Gastronomen und Gastronomens ausnutzen und quasi diese Lockvögelartikel da eine niedrigere Marge in Kauf nehmen und die quasi billiger kalkulieren weil man dann vielleicht eher die Leute dazu bringt dass sie ins Restaurant kommen und sitzt dort dort und sieht okay das sind eigentlich wenige Artikel auf der Speisekarte die günstig sind und der Rest ist relativ teuer.
00:05:07: Zum Thema Margenkalkulation kann man auch sagen, da gibt es ein anderes Beispiel das mir die Expertinnen genannt haben.
00:05:13: Es muss nicht immer quasi die höchste Marge sein.
00:05:15: manchmal lohnt sich sogar eine niedrigere Marge in Kauf zu nehmen.
00:05:19: viele Restaurants machen das dann zum Beispiel mit kostenlosen Desserts dass den Gästen geschickt wird wenn die was nicht Stammgäste sind oder irgendwas schief gelaufen ist an einem Abend.
00:05:29: Weil eben nochmal, es geht halt nicht so sehr um böswillige Tricks sondern um Investments in eine langfristige Beziehung mit den Gästen.
00:05:36: Und so kann sich das dann auch lohnen dass man manchmal vielleicht eine niedrigere Marge hat
00:05:40: Wenn ich jetzt im Restaurant angekommen bin und das Speisenangebot genauer unter die Lupe nehme.
00:05:46: welche Tricks sag' ich mal könnte ich denn da zum Opfer fallen?
00:05:52: Ja der wohl bekannteste Trick unter Anführungszeichen was die Preisgestaltung anbelangt ist das sogenannte Decoy Effekt.
00:05:59: Da sollen Kaufentscheidungen zwischen zwei Optionen so beeinflusst werden, dass man eine dritte hinzufügt die absichtlich unattraktiv ist.
00:06:07: Aber eben auch wieder im Kontext des Restaurants ist das vielleicht nicht so passend sondern da haben die Expertinnen von einem sogenannten Compromise-Effekt gesprochen.
00:06:17: Da geht es um die Tendenz zur Mitte.
00:06:19: also zum Beispiel ich lese mir die Speisekarte durch sehr ein Gericht das kostet dreißig Euro denke im ersten Moment wow das ist super teuer.
00:06:26: Dann aber ein paar Positionen drunter sehe ich, ein noch teureres Gericht das vielleicht fünfzig Euro kostet und plötzlich erscheint mir das um dreißig gar nicht mehr so teuer.
00:06:34: Und die Schwelle sinkt dieses Gericht zu bestellen.
00:06:37: Und was man auch dazu sagen muss es gibt vor allem im Restaurant gibt's einige Waren bei denen man die Qualität schwer beurteilen kann.
00:06:46: Das Paradebeispiel ist Wein und da wird dann auf der Preise rangezogen um die Qualität zu beurten.
00:06:53: Der Fahrterminus dafür ist die sogenannte preisqualitätsheuristik.
00:06:57: Das klingt jetzt sehr technisch, aber ich glaube das kennen wir alle.
00:07:00: also dann gibt es auch den Klassiker dass man nicht den günstigsten Wein bestellt sondern zweitgünstigsten.
00:07:06: Aber man muss sich halt immer im Hinterkopf behalten dass der Preis nicht immer über die Qualität eine valide Auskunft gibt.
00:07:14: Jetzt ist es ja so dass auch manchmal gute Angebote uns von außen anlocken können.
00:07:19: Also gibt's da eigentlich auch Tricks, die sich Gastronominem vielleicht dazu nutze machen.
00:07:23: Ein Beispiel ist ja dieser sogenannte Anker-Effekt.
00:07:26: Könntest du da mal erklären was man darunter versteht?
00:07:29: Genau den Anker Effekt kennen wir alle vom Supermarkt.
00:07:32: das sind die Aktionspreise.
00:07:34: jetzt nur neun, neun und neunzig statt vierzehn, neuneinzig hauptsächlich im Supermarkt anzufinden.
00:07:39: aber ich weiß nicht kannst du dich noch erinnern eine Zeit lang haben dass viele Sushi Restaur ausgemacht.
00:07:44: Die haben dann immer geworben mit jetzt minus fünfzig Prozent und auch irgendwie diese Vermeintlichung Originalpreise durchgestrichen unter neuem Preis daneben.
00:07:53: Wobei ich muss sagen, bei diesen Restaurants habe ich nie diese Phase der Originalpreis erlebt.
00:07:58: also die Frage ist ob da wirklich irgendwie einfach nur ein Trick ausgenutzt wird oder ob es wirklich mal diese teureren Preise gab?
00:08:06: So jetzt gehen wir einmal davon aus.
00:08:08: Wir haben uns für Speisen- und Getränke entschieden.
00:08:11: Welche Mechanismen können denn dann noch auf uns wirken?
00:08:14: Was mich beim Gespräch mit den Expertinnen von der WU am meisten fasziniert hat, ist das sogenannte Allongation Bias.
00:08:21: Der bei Getränken zu trage kommt.
00:08:23: also wenn du dir jetzt ein Getränk vorstellst in so einem klassischen Long Drink Glass und daneben hast du einen Whiskey Tumbler.
00:08:30: automatisch nimmst du an dass in dem Long Drink Glas mehr Volumen reinpasst weil die menschliche Psyche oder die Wahrnehmung einfach so funktioniert dass die Höhe als Referenzgröße genommen wird und die Grundfläche, die natürlich auch ausschlaggebend ist irgendwie nicht so ins Auge sticht tatsächlich.
00:08:47: Und man dann automatisch glaubt das höhere Glas fast mehr, auch wenn es vielleicht gar nicht so ist.
00:08:52: Das fand ich sehr interessant.
00:08:54: Ich glaube das kennt man sogar manchmal, wenn wir mit Freunden innen unterwegs sind, dann bestellt man Getränke und denkt jetzt haben sie mehr im Glas?
00:09:03: Ja genau muss nicht so sein.
00:09:05: also kann man beruhigen.
00:09:07: Das zweite ist der Delbuff-Effekt, den kann man sich auch zu Nutze machen wenn man eine Diät macht.
00:09:14: Nämlich da geht es um die Relation zwischen Tellergröße und Portionsgrößen.
00:09:19: Bei der Diät würde man quasi einen extra kleinen Teller nehmen weil dann die Portion größer aussieht, wenn sie fast über den Tellerrand drüber geht.
00:09:28: Und in die andere Richtung machen das vor allem Sternerestaurant.
00:09:32: Da hast du halt diese kleinen, feinen Portionen auf riesigen Tellern.
00:09:35: Dadurch wirkt das Ganze eben noch feiner, noch exklusiver und das könnten sich jetzt Restaurants zu Nutze machen die sich eben so einen Fine Dining Anstrich geben möchten.
00:09:46: Man muss aber aufpassen weil ich glaube ich komme dann noch zum Thema Shrinkflation zu sprechen.
00:09:51: Es kann halt auch passieren dass die Gäste dann denken sie bekommen einfach zu wenig für ihr Geld.
00:09:56: Ja, immer beliebter werden in Restaurants ja auch Sharing-Konzepte wie man es beispielsweise von Tapas oder aus vielen asiatischen Kulturen kennt.
00:10:05: Was spielt denn hier neben diesem gemeinschaftlichen Erlebnis des Teilens noch hin an?
00:10:10: Ja bei so Schertplates fragst du jetzt quasi genau den Falschen!
00:10:14: Du hast das schon erwähnt, ich leite ja das Lifestyle-Ressort und eben damit auch das Rondo die Beilage vom Standard wo es eine Rubrik pro und Contra gibt, wo wir uns mit so Alltagsphänomenen befassen.
00:10:23: Ich habe das Contra zu Sharedplates geschrieben.
00:10:26: ich mag das überhaupt nicht weil eben es kommt auch darauf an wie weh man das ist.
00:10:29: dann gibt's irgendwie die gierigen und rücksichtslosen die das machen und was halt auch ist stichwort Tapas.
00:10:35: in Spanien sind die auch wirklich günstig.
00:10:38: hier in Österreich kommt mir vor irgendwie wird das ein bisschen ausgenutzt.
00:10:41: du bestellst halt mehrere Speisen zum Teilen, die auch kleine Portionen sind.
00:10:47: Aber oft einfach zum Preis von einer normalen Hauptspeise dann kalkuliert werden.
00:10:52: das finde ich dann ein bisschen schwierig.
00:10:54: Was steckt aber dahinter?
00:10:56: Da geht es um den sogenannten abnehmenden Grenznutzen der vermiedenen wird.
00:11:01: Das klingt jetzt total unverständlich, würde ich mal sagen, aber ist eigentlich ganz logisch Wenn wir das Beispiel Pizza hernehmen und du schneidest ihn in Stücke Dann schmeckt Ja, objektiv gesehen jedes Stück gleich.
00:11:14: Aber subjektiv sind immer die ersten paar Bissen wirklich den genussvollsten, die meisten Emotionen erzeugen.
00:11:21: und bei Shared Plate Konzepten hast du das natürlich dann über das ganze Essen hinweg weil du eben von verschiedenen Speisen immer diesen super tollen Erstenbissen hast was auch im Eva Marquardt von der WU noch angemerkt hat fast philosophisch.
00:11:36: das fand ich ganz schön.
00:11:37: sie meinte dass diese Speisen in Snack-Form auch unserem Zeitgeist entsprechen, weil wir Stichwort Social Media ja eigentlich sehr viel in so Häppchenform irgendwie konsumieren und somit ist es irgendwie auch für sie logisch wirkt das man da auch quasi beim Essen in diese Richtung
00:11:52: geht.
00:11:53: Ja apropos kleine Speisen gerade vom Supermarkt kennen wir eben das Phänomen Shrinkflation also dass eben kleinere Mengen zum gleichen Preis verkauft werden.
00:12:03: gibt's das auch in der Gastro?
00:12:05: Also wenn du mich jetzt persönlich fragst, ich würde sagen ja mir kommt das schon sofort rein subjektiv.
00:12:10: Ich bin gerade bei Restaurants ein Gewohnheitstier.
00:12:13: Ich gehe am liebsten in die gleichen Restaurants und muss gestehen bestell auch meistens das gleiche Und mir kommt vor dass so diese Speisen, die ich dann immer bestelle In letzter Zeit schon kleiner geworden sind.
00:12:25: Ist das jetzt ein Trick oder hat es auch mit diesem Kostendruck dem die Gastronomen innen ausgesetzt sind zu tun?
00:12:31: Das habe ich auch versucht herauszufinden.
00:12:34: Es ist halt schwierig das zu beweisen, weil wer fotografiert wirklich systematisch immer das gleiche Gericht im gleichen Restaurant.
00:12:41: Das macht niemand und selbst wenn man es machen würde hat man ein Problem.
00:12:45: ich habe bei der Arbeiterkammer genau gesagt beim Konsumentenschutz nachgefragt du kannst eigentlich dass nicht wirklich reklamieren weil es keine normierten Portionsgrößen in der Gastronomie gibt.
00:12:57: also da ist das Problem Nummer eins und ich hab dann auch bei der WKO nach gefragt Ob das vielleicht nur ein paar schwarze Schafe betrifft oder ob das einfach mit kostendeckenden Wirtschaften zu tun hat.
00:13:10: Und in die Richtung ging.
00:13:11: natürlich wenig überraschend, die Antwort also da wurde auch noch mal auf den erheblichen Kostendruck hingewiesen.
00:13:18: Energie war ein Einsatz Personal all das und dass sich die gastronomischen Betriebe dem halt kaum entziehen können weil sie am Ende dieser Kette sind Und sie müssen halt wirklich sehr effizient wirtschaften.
00:13:31: Das Problem ist, gleichzeitig müssen Sie aber das Vertrauen der Gäste aufrecht erhalten wo wir wieder bei dem sind mit dem wir begonnen haben.
00:13:38: eben also kein Gastronom keine Gastronomen ist gut beraten damit die Gäst über's Ohr zu hauen weil dann kommen die halt nicht mehr und dass auszubalanzieren dürfte recht schwierig sein.
00:13:49: Mir kommt vor sie werden kleiner die Portionen.
00:13:51: wie siehst du das?
00:13:52: Also mir wär es noch nicht auf gefallen, aber ich bin auch eher so aus der Fraktion.
00:13:58: Ich pack mir immer die Reste an.
00:13:59: Also für mich bleibt oft was übrig.
00:14:02: Kann man auch vorstellen wenn man das dann nicht einpackt dass sich Restaurants auch denken vielleicht servieren wird zu viel.
00:14:07: also manchmal kann es ja auch ein Thema sein.
00:14:09: wie gesagt ich bin schon eine die da nicht mal alles einparket.
00:14:12: Ja interessanter Punkt weil unter dem Artikel den ich zu dem Thema verfasst habe war auch das ein bisschen der Tenor im Standardvorraum quasi dass vielen Leuten auch die Portionen manchmal zu groß sind und auch die Gastronom-Innen dann irgendwie so in dieser Zwickmühle sind.
00:14:28: Sie dürfen nicht zu wenig servieren, weil dann wird ihnen vorgeworfen sie wollen die Gäste übers Ohr hauen wenn sie zu viel servieren wird ihnen Lebensmittelverschwendung vorgeworfen.
00:14:37: also ja es ist ein schwieriges Thema.
00:14:40: Wenn was mir aufgefallen ist, ich weiß jetzt nicht ob's regelmäßig vorkommt aber letztens irgendwann musste man dann etwas zahlen wenn man das mitnehmen will für die Verpackungen.
00:14:48: Sie haben gesagt, wenn du es dir einpackst dann müssen wir dir halt für die Verpackung was verrechnen.
00:14:53: Ja kann man vielleicht irgendwo auch nachvollziehen weil ja doch auch Müll ist der da irgendwie entsteht zur Verpackungsmüll oder so.
00:14:59: aber ich weiß jetzt nicht ob das irgendwie ein Novum ist.
00:15:02: Kommt mir schon von welchem Betrag sprechen wieder?
00:15:05: Das weiß ich eigentlich gar nicht mehr.
00:15:07: Ich glaube es war nicht viel.
00:15:08: Aber sie haben es dann halt schon angemerkt dass es ein bisschen so glaube ich in der Preis mache so von Wenn du dir einen Sackal irgendwo nimmst, kostet er das mittlerweile auch immer was und haben dir noch gesagt na gut müssen wir jetzt schon verrechnen.
00:15:19: Ja, als Vielfraß nehme ich mir selten was.
00:15:22: Das landet alles in meinem Markt!
00:15:24: Ich
00:15:24: betriffe es nicht.
00:15:25: Du sparsst da?
00:15:26: Ja.
00:15:28: Gerade wenn wir jetzt im Restaurant selber sind geht's ja auch nicht nur ums Essen sondern viele gehen ja auch für das schöne Ambiente.
00:15:34: Wohin bringt das denn auch Umsatz, wenn das Raumkonzept stimmt oder durchdacht ist?
00:15:39: Da gibt´s zwei Strategien die mir die Expertinnen von der WHO, die Eva Marquardt und die Cordola Zerha erklärt haben... kennt man auch in einer breiteren Öffentlichkeit.
00:15:49: das Paradebeispiel dafür, ist McDonalds.
00:15:52: Also bei dem klassischen Fast-Food-Konzept mit rellen Farben vielleicht nicht ganz so bequemen Sitzmöbel geht es einfach um hohe Fluktuation.
00:16:01: also die Gäste sollen konsumieren und dann gehen damit Platz für den nächsten Gästen ist.
00:16:06: Das ist ein Konzept dass man verfolgen kann als Gastronomin also quasi Umsatz über viele Gäster.
00:16:13: das zweite ist was auch bei McDonalds, beim McCafé jetzt gefahren wird.
00:16:17: Also interessanterweise in einem Unternehmen beide Konzepte – dunkle Farben, schummriges Licht, bequeme Möbel.
00:16:24: natürlich lädt das ein länger sitzen zu bleiben und wenn du sehr länger sitzen bleibst bestellst du mehr und somit hat der Gastronom die Gastronomen auch mehr Umsatz.
00:16:35: aber auch da wäre es vermessen zu sagen, das ist ein böser Trick.
00:16:39: Weil das macht man ja auch intuitiv.
00:16:41: Unsere Wohnungen richten wir uns ja auch an, dass man sich wohlfühlt und als Gastronom möchtest du eben eine gute Experience für deine Gäste und wendest intuitiv diese Tipps an.
00:16:52: Trotz aller Spartipps die wir jetzt da besprochen haben oder wo mal irgendwie darauf achten könnte gerade beim Essen gehen möchten manche gar nicht unbedingt aufs Geld schauen sondern sich eben auch einmal was gönnen.
00:17:04: Woher kommt denn dieses Bedürfnis?
00:17:06: Das habe ich jetzt nicht mit irgendwelchen Expertinnen abgesprochen, aber zu dieser Frage fällt mir der Lipstick-Effekt ein.
00:17:13: Der besagt ja das vor allem in ökonomisch schwierigen Zeiten so im Artikel wie Lippenstift totale Umsatzzuwechse verzeichnen können weil eben das ist sowas wie ein kleiner Stimmungsaufhäller und so ein kleines Stück Luxus dass man sich auch in düsteren Zeiten irgendwie gönnen will eben wo man bisschen Freude in den Alltag zu bringen.
00:17:35: Und ich kann mir vorstellen, dass da der Restaurantbesuch eine ähnliche halt nicht materielle Art oder ein nicht materielles Beispiel für den Lipstick Effekt ist.
00:17:45: außerdem eben der Mensch ist ein soziales Tier.
00:17:47: man geht meistens irgendwie mit Familiefreunden und Freundinnen essen und es geht halt um diese soziale Zugehörigkeit.
00:17:55: und das spreche ich nicht nur von dem Inlokal wo auch im Winter die Leute auf der Terrasse sitzen sehen und gesehen werden oder die florierenden Brotbutikken, also wo du ja horrende Preise für ein Leibbrot zahlst.
00:18:09: Und man fasst so wie ein Status-Symbol das Sackl dann trägt sondern es ist jetzt egal in welche Richtung es geht.
00:18:15: Du zeigst einfach die Zugehörigkeit und wenn ein neues Lokal aufgemacht hat möchte mal mitreden können in seinem Freundeskreis.
00:18:24: und da geht's einfach um diese sozialen Bedürfnisse, die einen Restaurantbesuch befriedigt.
00:18:30: Und oft merkt man ja, es ist in gewissen Lokalen gar nicht so leicht einen Tisch zu bekommen.
00:18:34: und schlussendlich muss man sagen ein volles Lokal ist das beste Marketing-Tricksinn oder her.
00:18:40: Ja abschließend kann man also festhalten wenn man diese psychologischen Mechanismen der Lebensmittelindustrie oder auch Gastronomie kennt, kann man bewusster darauf achten und im besten Fall das eigene Budget schonern.
00:18:53: aber am Ende entscheidet dann doch der Geschmack wofür wir unser Geld ausgeben und was man sich dann doch sparen kann.
00:18:59: Genau
00:18:59: Lieber Michi, vielen Dank für das Gespräch.
00:19:01: Danke dir und Mahlzeit!
00:19:03: Ja vielen dank euch fürs Zuhören.
00:19:05: wenn euch diese Folge gefallen hat dann freuen wir uns wenn ihr sie mit Freund innen teilt mit denen ihr mal wieder gemeinsam essen gehen wollt.
00:19:12: gebt uns auch gerne eine gute Bewertung auf Spotify Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns hört.
00:19:17: Feedback und Fragen könnt ihr uns wie immer an podcast atestandort.at senden.
00:19:22: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.
00:19:24: ich bin Annika Dangen tschau und bis zum nächsten Mal.