Der STANDARD-Podcast über Geld
00:00:17: Willkommen zu.
00:00:18: Lohnt sich das, der Standard Podcast über Geld.
00:00:21: Mein Name ist Annika Dang.
00:00:23: Die soziale Herkunft, also in welchen Verhältnissen wir aufwachsen, prägt unser ganzes Leben.
00:00:30: Das gilt im Bildungswesen genauso wie am Arbeitsplatz.
00:00:33: Denn Menschen aus Einkommens schwachen Haushalten steigen nur selten beruflich auf.
00:00:38: Das zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group.
00:00:43: Doch wo dann liegt das und wie könnte man dann zukünftig etwas ändern?
00:00:47: Über diese und weitere Fragen spreche ich heute mit meinem Gast Sebastian Uldrich.
00:00:51: Er ist Studienautor und Partner bei der Boston Consulting Group in Düsseldorf.
00:00:56: Herzlich willkommen.
00:00:57: Vielen Dank.
00:00:57: Freut mich, dass ich da sein darf.
00:00:59: Bevor es gleich losgeht noch ein wichtiger Hinweis.
00:01:02: Es lohnt sich diesen Podcast auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns hört zu abonnieren.
00:01:08: Dann verpasst ihr auch künftig keine neue Folge mehr.
00:01:11: Herr Ullrich, Sie haben ursprünglich eine Ausbildung zum Mauder gemacht.
00:01:15: Heute arbeiten Sie als Partner bei einer großen Unternehmensberatung.
00:01:19: Wie kam denn dieser Weg dahin?
00:01:22: Ja, der Weg dahin war, glaube ich, touristglück.
00:01:25: Wie Sie schon sagten, soziale Herkunft entscheidet sehr stark darüber, ob man Karriere macht, wie man Karriere macht.
00:01:32: Jetzt muss ich dazu sagen, weiß, glaube ich, Selbst Schuld, sage ich mal, dass ich mit der Mauerlehrer gestartet bin.
00:01:38: Mein Karriereweg in der Schule war jetzt nicht der Beste, habe mich da nicht so wohl gefühlt, bin, glaube ich, dann im Schulsystem auch nicht so gut angekommen.
00:01:47: Und mir blieb faktisch auch nichts anderes übrig zum Schluss, als eine handwerkliche Ausbildung zu machen.
00:01:53: Sowohl von den Noten, als auch von anderen Arametern, wie eigentlich irgendwo anders hin, um eine Ausbildung zu machen.
00:02:00: oder sollte ich lieber doch.
00:02:01: im Umkreis meiner Familie bleiben, gerade weil ich auch aus einem Haushaltsbombe, wo die Akademisierungskote nicht sonderlich hoch waren, nämlich bei Null lag, war das für mich der einzige Weg zu starten.
00:02:14: Wie ich dann weitergegangen bin, also ich habe den größten Respekt vor jeder handwerklichen Arbeit.
00:02:19: Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ich das länger als die drei, vier Jahre, die ich für meine Ausbildung getraucht habe, durchhalte.
00:02:27: Deswegen größten Respekts von den Menschen, die das so lange durchhalten.
00:02:30: Ich habe mich dann aber dazu entschlossen, das muss ich was ändern im Leben.
00:02:33: Ich habe angefangen, mein Abitur nachzumachen über den zweiten Bildungsweg und habe dann erst überlegt und verstanden, was es da draußen für Möglichkeiten gibt, weil aus meinem Elternhaus wurde mir das in der Klarheit nicht kommuniziert und auch nicht irgendwie.
00:02:49: Es gab aber nicht die Möglichkeit, dass man das da legt, was ist da draußen alles für Möglichkeiten.
00:02:53: Genau, und dann mit dem Abi, dann Studiumswahl, Insofern auch interessant.
00:02:58: Damals meine Mutter war sehr klar und sagte, es soll doch Bauingenieurswesen oder Architektur studieren.
00:03:03: Macht ja Sinn, habt ja eine Bauausbildung gemacht.
00:03:06: Da hat für mich aber nicht funktioniert, weil ich dann, wie ich gerade schon gesagt, eher gedacht habe, da gibt es noch so viele gesellschaftliche Themen, politische Themen, wirtschaftliche Themen, die mich interessieren.
00:03:15: Deswegen habe ich mich dann halt für Volkswirtschafts-BWL, zum Schluss eine Promotion, auch in BWL entschieden habe.
00:03:21: Und genau, der Weg dahin hört sich jetzt alles so einfach an im Rückspiegel.
00:03:26: war nicht ganz so einfach, wenn man mitten drin war.
00:03:29: Gab es denn in Ihrer Laufbahn einen Moment, der für Sie besonders prägend war?
00:03:34: Mehrere, würde ich sagen.
00:03:35: Also deswegen habe ich gesagt, ich glaube, es ist echter Zufall, dass ich bei der Boston Consulting gelandet bin.
00:03:41: Es gab immer wieder Menschen, die mich motiviert haben.
00:03:45: Es gab immer wieder Menschen, die mir Wege gezeigt haben.
00:03:48: Und ich glaube zum Schluss immer wieder Zufall.
00:03:51: Also ein Statistikprofessor, der mir damals gesagt hat, Sebastian Du verstehst Mathematik und du verstehst Statistik einfach wie andere Leute eine Sprache verstehen.
00:04:00: So, das ist für dich total natürlich zugänglich.
00:04:03: Wenn man dann weiß, dass es ja persönlich, dass ich vom Gymnasium auf die Mittelschule mit einer sechs in Mathe gegangen bin, dann ist das ein bisschen contraintuitiv vielleicht.
00:04:14: Nichtsdestotrotz hat die Person mich extremst motiviert, weil ich quasi gedacht habe, da ist jemand, der glaubt an dich, da ist jemand, der... Ja, der sieht einfach eine Stärke in dir.
00:04:23: Und das war dann ähnlich, als ich auf einen Englischprofessor getroffen bin.
00:04:26: Wir haben gesagt, du musst ins Ausland.
00:04:28: Dein Englisch ist so schlecht.
00:04:29: Das muss sich verbessern.
00:04:30: Da musst du irgendwo anders hin.
00:04:33: Und dann ähnlich als mein erstes Interview bei BCG, wo ich gedacht habe, das wird sowieso nix.
00:04:37: Du gehörst da nicht hin, das funktioniert nicht.
00:04:39: Und dann kommt der Anruf nach der ersten Runde und es heißt, ja, alles gut, alles super.
00:04:43: Und bitte nichts anders machen, bitte genauso weitermachen.
00:04:46: Und immer diese Momente, die einen, glaube ich, bestärkt haben, dass man auf dem richtigen Weg ist.
00:04:51: Deswegen gibt es nicht einen, ich glaube, da gibt es mehrere, drei kleine Beispiele daraus.
00:04:55: Und das zeigt, glaube ich, und das ist aber was bestimmt im späteren Verlauf noch dazu.
00:05:00: Wenn man diese Motivation, diese Menschen, um sich oben nicht im Elternhaus hat, die einen dabei unterstützen und bestärken können, dann wird es halt schwierig.
00:05:08: Und so war es für mich, dass es immer diese externen Impulse war von Leuten, denen ich auf dem Weg begegnet bin, die dann nochmal die extra Motivation ausgepackt haben, die dann nochmal den extra Push wiegeben haben, dass ich dann auch wirklich weitermachen wollte.
00:05:20: Sie haben bereits vor zwei Jahren eine Studie über Beschäftigte aus Arbeiterinnenhaushalten mit Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt.
00:05:30: Was waren denn da die zentralen Erkenntnisse?
00:05:33: Genau.
00:05:33: Die Studie haben wir damals grob bei tausend, das sind glaube ich ein bisschen mehr, tausend, einhundert Berufstätigen gemacht.
00:05:41: Wir wollten insbesondere verstehen, wie sich das entlang der Berufstätigkeit entwickelt und haben dazu gefragt, wie es denn beim Staat ist und wie es quasi auch über die Entwicklung im Berufsleben sich ändert, verbessert.
00:05:57: Und ich glaube, man kann sagen, erstens grundsätzlich wollen alle ein Stück weit das Gleiche.
00:06:03: Also die wollen gut starten, wollen natürlich auch gut ihre Möglichkeiten haben und gut bezahlt werden.
00:06:10: Die Startvoraussetzungen dafür sind aber fundamental unterschiedlich.
00:06:14: Und da reden wir über Unterschiede im Netzwerk.
00:06:17: Da reden wir über Unterschiede in informellen Wissen.
00:06:23: Wie gehe ich mit?
00:06:24: mit siefischen Informationen um, wie beschäftige ich mich quasi mit potenziellen Arbeitgebern.
00:06:30: Aber auch, was brauche ich für ein Praktikum?
00:06:32: In welcher Firma muss das im Ausland sein?
00:06:35: Kann das auch irgendwie lokal sein?
00:06:37: Das sind alles Sachen, wo es wirklich massive Unterschiede gibt.
00:06:41: Und insofern, also und auch wirklich signifikant, da reden wir über ein Drittel, wenn es über Informationsunterschiede gibt.
00:06:48: Und das sind halt schon wirklich, ja, einfach relevante Zahlen, die die Unterschiede treiben.
00:06:54: Dann zweitens, gerade schon gesagt selbst, wir waren sehr daran interessiert zu verstehen, wie das über den Karriereweg funktioniert.
00:07:02: Und da heißt es leider, fangen wir positiv an.
00:07:05: Es wird besser, also die Lücke schließt sich Richtung Karriere.
00:07:09: Sie ist aber nie ganz zu.
00:07:11: Und das ist was, was für uns wirklich auch sehr, sehr interessant war in der Studie, um zu verstehen, wird es denn wirklich besser?
00:07:18: Und ich habe das ja mehrfach schon auch in anderen Medien gesagt.
00:07:21: Das geht auch nie ganz weg.
00:07:23: Ich persönlich bin da jemand, der sagt, es wird besser.
00:07:26: Man fühlt sich irgendwann auch, dass man nicht mehr die Informationslücke hat, dass man ein vernünftiges Netzwerk hat.
00:07:30: Und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl, wenn ich je gut genug bin, lohnt sich das, was ich hier mache.
00:07:36: Ist das das Richtige, was ich mache?
00:07:38: Und man stellt sich, glaube ich, deutlich häufiger in Frage, als dass vielleicht Menschen tun, die aus Akademiker oder aus sehr gut stituierten Haushalten.
00:07:47: Genau.
00:07:47: Und dann vielleicht drittens ist natürlich auch noch aus der Studie dass das ein oder andere Unternehmen auch ordentlich Potenzial auf der Straße liegen lässt.
00:07:55: Also wenn wir reingehen in die, sagen wir mal, die Vorteile oder die Stärken, die Erstakademikerinnen und Erstakademiker mitbringen, da ist eine Menge Resilienz, da ist eine Menge Durchhaltewillen und eine Riesenmaß an Loyalität.
00:08:11: Also man sieht einfach, die Loyalität ist extremst hoch im Vergleich zu den Kindern aus Akademikerhaushalben.
00:08:18: Jetzt haben Sie in diesem Jahr eine neue, deutlich größere eingelegte Studie zum Thema soziale Herkunft veröffentlicht.
00:08:24: Wie sind Sie denn davor gegangen?
00:08:26: Genau, wir sind jetzt von Tausend Einhundert grob, sind für auf knapp achtundzwanzig Tausend gegangen, das Ganze über sechzehn Länder.
00:08:34: Und da haben wir den Fokus einmal ein bisschen weggelenkt von dem Thema Akademiker oder Nicht-Akademiker und haben eher breiter gefragt im Rahmen der sozu ökonomischen Herkunft.
00:08:44: Und das ist, also es ist eine Wissenschaft, auch ein stehender Begriff, auch so zur ekonomischen Panel und alles, was es dazu braucht, um Leute Befragungen durchzuführen.
00:08:53: Das war eine Primärbefragung.
00:08:54: Wir sind wirklich rausgegangen, haben uns die Beschäftigten angeschaut und haben, es hört sich ganz simpel an, aber haben Fragen gestellt zu, in was für eine finanziellen Situation bist du aufgewachsen?
00:09:06: Also sind das eher comfortable situations gewesen oder waren es eher unkomfortabel?
00:09:12: Situation.
00:09:13: Wie das hört sich trivial an, ist aber ein sehr starker Indikator dafür, ob man quasi Chancen und ich will gar nicht auf Gleichheit hinaus, sondern eher auf Gerechtigkeits.
00:09:24: Also wie stark kann man eine Gerechtigkeit über den so zu ökonomischen Backgrounds sicherstellen?
00:09:32: Was waren denn die wichtigsten oder zentralsten Erkenntnisse und gab es etwas, das sie vielleicht besonders überrascht hat?
00:09:38: Genau, also es ist sehr, sehr eng, glaube ich, auch an der Studie, die wir vor zwei Jahren gemacht haben.
00:09:43: Jetzt halt auf dem globalen oder auf der globalen Ebene.
00:09:46: Und ich glaube, das erste, auch wieder da, der so zu ökonomische Aspekt, ist ein Aspekt, der sowohl am Start der Karriere als aber auch über die Zeit nie ganz geht.
00:10:01: Und das ist sehr konsistenz.
00:10:03: Das hat uns insofern gefreut, dass es für Deutschland genauso konsistent ist wie für den Rest der Welt.
00:10:08: Und wie gesagt, das ist eine sehr interessante Entwicklung.
00:10:11: Da sind wir sogar einen Schritt weitergegangen und das fand ich sehr, sehr spannend, dass, wenn man quasi am Start der Karriere ist, dass die Lücke sich relativ stark schließt bis hin zum, sag ich mal, Senior Management, fast komplett weg ist.
00:10:26: Und wenn man dann aber den Sprung macht Richtung Vorstand, also wirklich Geschäftsführung und auch mal in ein, sag ich mal bewusst, ein anderen Zirk, der Macht noch mal aufsteigt.
00:10:36: Dann geht die Lücke wieder auseinander.
00:10:38: Also das heißt, da gibt es dann wieder das Gefühl, dass Leute sagen, nein, ich fühle mich jedoch nicht so inklusiv.
00:10:43: Ich fühle mich jedoch nicht so mitgenommen.
00:10:45: Und das fand ich schon sehr, sehr spannend, weil man einfach das Gefühl hatte, man nähert sich an, man nähert sich an.
00:10:50: Und dann gibt es trotzdem noch mal einen Sprung, das sich wieder komplett anders anfühlt, wenn man dann quasi auf einer Vorstandsetage oder in einer großen Gestaltung ist.
00:10:58: Dann Nummer eins, Nummer zwei.
00:10:59: Und das ist was, das versuchen wir jetzt gerade auch sehr, sehr stark und sehr prominent zu machen in sozioökonomische Faktoren.
00:11:06: sind deutlich stärker ausgeprägt als geschlechtsethnische Erkunft, wenn es darum geht, wie inklusiv man sich fühlt.
00:11:15: Und man kann sogar, es gibt Studien, die gibt es in Deutschland, gibt es in Frankreich, wüsste noch nicht, dass es in Österreich gibt, aber vielleicht gibt es hier auch da, dass beispielsweise auch der Class Pay Gap, also wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen so zu ökonomischen Bereichen den gleichen Job haben, ist der Class Pay Gap.
00:11:33: deutlich größer in Frankreich, glaube ich, doppelt so groß, wie der Genderpaget.
00:11:38: Und das sind halt schon Sachen, und da bin ich persönlich natürlich auch interessiert, dadurch, dass das Thema mich erst mal betrifft, aber auch dadurch, dass ich das so gerne treibe, das sind natürlich Sachen, die nirgends, wo großartig thematisiert werden.
00:11:51: Und das ist schon was, was auch aus der Studie sehr, sehr stark rauskommt.
00:11:54: Einfach so zu ökonomischen Faktoren sind und bleiben die stärksten, wenn es darum geht, dass Inklusion nicht passiert.
00:12:01: im Vergleich zu Gender oder auch
00:12:04: Das haben Sie schon angesprochen, dass das recht konstant war, dass die soziale Herkunft einen Einfluss hat, aber gab es trotzdem Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.
00:12:11: Wir haben gesagt, es sind sechzehn Länder dabei gewesen von Deutschland, Schweden bis Indien, China.
00:12:16: Das sind ja dann doch vielleicht Unterschiede.
00:12:19: Absolut.
00:12:19: Also das Gute ist, wie ich gerade schon gesagt habe, das Gute ist, die soziale Herkunft geht erst mal überall so und das Ausmaß variiert in der Tat ein gewisses Maß, Land zu Land.
00:12:30: Und nichtsdestotrotz ist es überall.
00:12:32: der stärkste Faktor im Vergleich zu Geschlecht und im Vergleich zu ethnischer Herkunft.
00:12:36: Und dann ist es, also ich hätte jetzt fast gesagt, Länder wie die skandinavischen Länder, wo es schon sehr gesellschaftlich zusammenhalten und auch sozial, sag ich mal, die vielleicht schon Schritt weiter sind, wenn es ums Bildungssystem und so was geht.
00:12:52: Da sieht man, dass die Lücke wirklich kleiner ist.
00:12:54: Da ist Bildungssystem durchlässiger, da sind andere Systeme durchlässiger und da gibt es auch die Inklusionen.
00:13:01: oder Inklusion mit stärker getrieben, dementsprechend ist die Lücke wirklich gering.
00:13:06: Und dann rupt man ihn vielleicht eher, also ich weiß gar nicht, Klassen sagen möchte, aber da wo auch Bildungssysteme schwieriger sind, wo Bildungssysteme extremst von finanzieller Stärke abhängen, USA, aber auch Großbritannien, China, da ist einfach... Die Lücke extrem groß, also teilweise Faktor drei, Faktor vier im Vergleich zu skandinavischen Ländern.
00:13:30: Ich würde mal sagen, der ist Deutschland, Österreich, Schweiz ist also grob im Mittelfeld.
00:13:35: Also jetzt können wir uns wahrscheinlich auch, da braucht es einen anderen Podcast nochmal für, das wir uns über das Bildungssystem in den einzelnen Ländern nochmal auslassen.
00:13:42: Aber nichtsdestotrotz, ich glaube, passiert schon viel.
00:13:45: Aber ja, ich glaube, der Deutschland, Österreich, Schweiz ist also grob im Mittelfeld unterwegs.
00:13:51: Warum glauben Sie, spielt denn die soziale Herkunft auch heute noch so eine entscheidende Rolle für den beruflichen Erfolg?
00:13:58: Also schließt, glaube ich, sehr, sehr gut an.
00:14:00: Entstückweit ist das Bildungssystem, was wir haben und das ist wahrscheinlich sogar global richtig, ist sehr stark darauf ausgerichtet, dass man mit den richtigen Informationen und mit dem richtigen Wissen agiert.
00:14:13: Ganz konkret.
00:14:14: Man muss verstehen, was überhaupt die Schule, was überhaupt das Abitur für einen Effekt hat, für die Studienwahl.
00:14:21: Also mir konnte das in meinem Elternhaus, wie man sagen, da hatte niemand Abitur, geschweige denn, dass da irgendeine Universität auch nur in Reichweite gewesen wäre.
00:14:30: Also ich glaube, das ist einer der wichtigsten Punkte und daraus folgt dann aber auch, dass man halt die Entwicklung und die potentiellen Möglichkeiten nicht ganz konkret beschreiben kann.
00:14:43: Also, wenn man sagt, mit einem guten Mathe-Abi, wie kannst du Ingenieur werden?
00:14:47: Mit einem flechten Mathe-Abi wird es dann vielleicht nicht der Ingenieur.
00:14:51: Aber mit einem sehr guten Platinum ist die Ärztin relativ schnell den Griff reichweite.
00:14:56: Also, solche Informationen und Diskussionen finden einfach nicht statt.
00:15:00: Und ich glaube, das ist einer der größten Punkte, warum soziale Erkunft mit dem beruflichen Erfolg relativ früh schon Schranken einbaut.
00:15:08: Wenn man es über die Schranke mal rüber geschafft hat, Ja und man sagt jetzt Abitur ist da und Studiums weil funktioniert, dann wird es auch wieder viel praktischer, dann geht es darum, welche Netzwerke habe ich?
00:15:20: Wo kann ich mich irgendwie bewegen?
00:15:23: Hat meine Mutter als Vorständen einen guten Zugang zu anderen Unternehmen oder sogar zu ihrem Unternehmen, welches sie leitet, Wirklichkeit die Türen zu öffnen.
00:15:31: Das sind natürlich alle Sachen, die, wenn man aus einer wohlstituierten guten, so zirkonomischen Background-Familie kommt, relativ einfach nutzen kann.
00:15:40: Wenn das nicht der Fall ist, dann muss ich vielleicht das Praktikum direkt lokal bei mir am Wohnort machen, weil ich auch nicht die Chance habe, irgendwo anders hinzugehen, mir die Miete zu leisten, mir das Pendeln zu leisten.
00:15:54: Und das schränkt dann relativ stark, ich will gar nicht sagen, schränkt die Person relativ stark ein, aber schränkt für verschiedene Berufsformen eventuell ein.
00:16:04: Also ein Praktikum bei einer großen Firma im Ausland.
00:16:07: macht im CV natürlich deutlich mehr her als eins lokal an meinem Wohnort.
00:16:13: Und dementsprechend kommen wir glaube ich zum dritten Punkt.
00:16:16: Warum schränkt soziale Herkunft das immer noch ein?
00:16:19: Weil auch die Unternehmen sehr, sehr will gar nicht sagen eingeschränkt, aber schon mit einem gewissen Blick auf Lebensläufe schauen und verschiedene Charakteristiker in den Lebensläufen suchen.
00:16:32: Also natürlich ist dann Abiturnote, wenn Mathura Note ist da wichtig, natürlich ist die Wahl der Universität wichtig, natürlich sind die Praktika wichtig.
00:16:40: Und ich glaube, da werden Filter gesetzt, die zum Schluss schon beim Start in das Berufsleben ein Stück weit darüber entscheiden, komme ich überhaupt rein in die Firmen, in die größeren Firmen, in die Beratung, in die Investment-Bereiche, wo ich vielleicht rein möchte.
00:16:55: Also das sind Themen, die da sind.
00:16:56: Und dann werden wir dann quasi in die Berufslaufbahn schauen, wenn man dann quasi jetzt geschafft hat, reinzukommen.
00:17:02: Dann ist es, glaube ich, viel über Persönliches.
00:17:05: Ich habe es mal woanders gesagt, kann ich so sein, wie ich bin.
00:17:08: Also kann ich authentisch so umgehen in der Firma und bin ich auf Augenhöhe mit meinen Piers oder mit den Menschen, die dort arbeiten.
00:17:17: Und da gibt es immer wieder Sachen, wie natürlich Unterschiede treiben.
00:17:22: Das ist insbesondere aus der Erkunft.
00:17:24: Wie agiere ich, wenn ich mit meiner Chefin jetzt sprechen muss?
00:17:28: Wie muss ich mit ihr sprechen, wenn ich über Gehaltsverhandlungen gehe?
00:17:32: Und da sind Menschen aus Akademikerhaushalten, Menschen aus so zu ökonomisch starken Background ganz anders vorbereitet.
00:17:39: Da spielt Geld in Anführungsstrichen gar keine Rolle.
00:17:42: Da kann man viel lockerer aufspielen, man kann viel lockerer mit dem Thema umgehen, weil es an zum Schluss gar nicht so stark betrifft.
00:17:48: Versus, wenn es wirklich darum geht, nochmal rundherum oder zuhundert Euro mehr zu verdienen, weil es halt wirklich darum geht, vielleicht auch noch jemand in der Familie zu unterstützen etc.
00:17:57: Also aber in Leimtaser.
00:17:58: Ich glaube, da gibt es viele Punkte, wie die schon gemerkt haben, aber ich glaube, die vier sind wahrscheinlich die Relevanz.
00:18:04: Ein Faktor, der auch in der Studie vorkam, war ja das Thema Selbstvertrauen.
00:18:08: Das haben Sie auch vorher schon ein bisschen angeschnitten, dass man da einfach eben mit einem anderen Selbstbewusstsein hingehen in Situationen.
00:18:14: Wie ausschlaggebend bewerten Sie das denn?
00:18:17: Der ausschlaggebend, glaube ich.
00:18:19: Und das ist sehr persönlich, aber wenn ich mich vergleiche mit Kolleginnen und Kollegen, aber auch Kunden, Kunden, Ich hab schon immer das Gefühl, der ist mein Selbstvertrauen, mein Selbstbewusstsein, ist da eher am unteren Ende, oder rangiert eher am unteren Ende.
00:18:32: Und das ist, glaube ich, sehr davon geprägt, dass man das Gefühl hat, man macht Fehler, man macht Fehler auf eher ungeschriebenen Gesetzen, hört sich wieder so hart an, aber so auf ungeschriebenen, einfach der Art und Weise, wie man miteinander umgeht.
00:18:46: Ich glaub, da bin ich, jetzt natürlich mit fünfzehn Jahren bei Boston Consulting, besser geworden und hab, glaube ich, jetzt auch schon ein gutes Verständnis.
00:18:54: Das objektive Verständnis davon ist ja noch nicht, dass es mir damit subjektiv besser geht.
00:19:00: Und ich glaube, das Thema Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein ist was, weil man sich immer ein Stückchen zurückgesetzt fühlt, im Vergleich zu, man kommt mit einem gewissen Nakel.
00:19:09: Und das ist ja schon was, was ein sehr, oder mich zumindest aus, sehr, sehr vorsichtig agieren lässt.
00:19:15: oder ich hatte vorsichtig agieren lassen.
00:19:18: Ich bin auch schon ein bisschen besser geworden, aber... Ich glaube, wenn man sich das anschaut, ich glaube, viele Menschen aus so zu ökonomisch schlecheren Kontexten agieren einfach sehr vorsichtig, weil sie diese umgeschriebenen Regeln, diese umgeschriebenen, beziehungsweise, hundert Prozent verstehen, glauben, dass sie was falsch machen könnten und dann zum Schluss, glaube ich, auch so ein bisschen mit dem Stempel versehen werden.
00:19:41: Die Weisheit nicht genau, wie man da umgeht oder naja, das hat er wahrscheinlich nicht so gemeint und er weiß es ja nicht besser.
00:19:47: Und dann hat man direkt diesen Marke und man hat das Gefühl, ja, nee, weil ich gehe ja jetzt eigentlich auch hier nicht hin und so richtig passend ist das nicht, was ich jetzt hier von mir gebe.
00:19:56: Und das ist, glaube ich, was einen immer so ein Stückchen weit dämpft und eben nicht sein echtes Ich quasi nach vorne stellt.
00:20:03: Eine Rückmeldung, die zu dem Thema oft kommt und die vielleicht Sie auch schon gehört haben mit Ihrer Laufbahn ist, wenn man sich genug anstrengt, dann kann man ja doch alles schaffen.
00:20:13: Würden Sie diese Aussage zustimmen?
00:20:15: Das ist eine sehr, sehr schwierige Frage.
00:20:18: Ja, also ich glaube, ohne sich wirklich, wirklich richtig anstrengend, wenn man, sagen wir mal, einen Startnachteil hatte.
00:20:27: Und ich will gar nicht so in diese Ecke, wo mein Gott, wir müssen jetzt ganz schnell Sachen ausgleichen.
00:20:32: Und da gibt es Menschen, die einfach nur benachteiligt werden die ganze Zeit.
00:20:36: Darunter will ich überhaupt nicht in die Ecke, sondern sagen, wenn man mit einem Startnachteil losläuft, glaube ich, geht's ohne wirkliche... Anstrengung und einfach in jeder Art und Weise alles zum Heben wird es nicht funktionieren.
00:20:51: So, wenn man sich viele Sachen selbst erarbeiten muss, wenn ich auf mich schaue, ich habe mein Abitur per Fern Uni, per Fern Hochschule oder Schule, die ich damals gemacht wäre, nicht bei der Bundeswehr war.
00:21:03: So, das heißt, ich habe meine acht, neun Stunden am Tag bei der Bundeswehr mein ganz normalen Dienst gemacht und habe danach mindestens nochmal drei, vier Stunden gesessen und habe mir meine F-Gleins durchgelesen und hab irgendwie versucht, mir den Inhalt beizubringen, damit ich halt Richtung Abitur komme.
00:21:19: Also das heißt, das ist schon ein großes Maß an extra Arbeit, die man reinlegen muss.
00:21:24: Um zum Schluss, glaube ich, wenigstens, und das ist schwierig, ob man sagt, wenigstens on par zu kommen oder wenigstens den Startnachter ein Stückchen weit auszugleichen, kann man deshalb alles schaffen?
00:21:38: Nein, glaube ich auch nicht.
00:21:40: Weil es, glaube ich, gibt zum Schluss immer Sachen, die beleist aufgrund von Informationsasimitrien einfach nicht klar waren.
00:21:48: Es gibt viele Unternehmen, die sagen, sie stellen nur Universitätsabsolventen an.
00:21:52: Hätte ich mich damals nach meiner Mauerausbildung für einen Bauingenieurs- oder Architekturstudium entschieden, das wäre an der Fachhochschule passiert.
00:22:01: Das fühlt sich für Leute aus Arbeiterfamilien.
00:22:04: Fühlt sich das besser an, weil es ist praktischer als eine Fachhochschule, da hat man direkt praktische Erfahrungen.
00:22:09: Für ein Unternehmen, vielleicht ein großes Bauunternehmen in Österreich, sei es Deutschland, sagen aber nein, wir stellen Casino-Universitätsabsorventen an.
00:22:18: So, das heißt, da geht eine Tür zu, das heißt, ich kann mich anstrengen, wie ich will, ja, wenn ich irgendwo den falschen Abzweig, die falsche Abwigung genommen habe, aufgrund von Unwissen,
00:22:27: etc.,
00:22:28: kommen trotzdem Schranken ins Spiel, die ich vielleicht nicht so einfach überspringen kann.
00:22:32: Ich glaube, das wird auch besser.
00:22:33: weil wir nicht mehr all das Talent da draußen zur Verfügung haben, was wir uns so vorstellen und wünschen.
00:22:40: Aber nichtsdestotrotz, glaube ich, ich hoffe, es war einigermaßen balanciert im Sinne von, ja, ich glaube, man muss sich anstrengen, aber nein, ich glaube, man kann trotzdem nicht alles erreichten.
00:22:48: Was können denn Führungskräfte vielleicht sogar konkret machen, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen?
00:22:56: Ich glaube, der Staat ist wirklich die Offenheit und die Transparenz darüber zu sprechen.
00:23:02: Und mittlerweile, ich mach das jetzt seit PCG, die Initiative haben wir vor vier, vier, fünf Jahren gegründet.
00:23:09: Wir gehen jetzt ein bisschen öfter schon durch die Presse.
00:23:11: Mir fällt es jetzt zunehmend auch leichter darüber zu sprechen.
00:23:14: Mir fällt es auch zu den Gleichen auch über meinen persönlichen Werdegang dabei zu sprechen.
00:23:18: Hätten Sie mich davor sechs Jahren zugefragt, wäre es mir unangenehm gewesen.
00:23:22: Und dann hätte ich sehr ungern darüber gesprochen, weil es immer noch so ein bisschen mit Marke und immer noch ein bisschen mit, naja, bis du überhaupt richtig hier zu tun gehabt hättest.
00:23:31: Von daher, glaube ich, als Führungskraft wirklich sicherzustellen, dass es vollkommen okay ist, dass es gut ist, darüber zu sprechen.
00:23:39: Dass man nicht auf die Nachteile schaut, kann nicht so gut kommunizieren, ist vielleicht nicht immer adäquat im Umgang mit den informären Regeln.
00:23:48: Aber bringt halt eine Menge Loyalität, bringt eine Menge Willenstärke, bringt eine Menge Resilienz mit das Unternehmen.
00:23:56: Sowas stärker in Richtung die stärken und die positiven Effekte.
00:24:00: zu positionieren, hilft, glaube ich, extremst.
00:24:03: Und dann, und das ist was, da bin ich auch sehr stolz darauf, dass wir das bei BCG ganz gut hingekriegt haben, da muss man es als Führungskraft immer noch wirklich stark in den Unternehmensprozessen versuchen zu verankern.
00:24:16: Was meine ich damit ganz konkret?
00:24:17: Ich habe vorhin ja schon gesagt, vielleicht ist ein Lebensdorf, der jetzt in einer Stadt Abitur, in der Gleitendstadt Studium, in der Gleitendstadt Traktikum, ist auf den ersten Blick vielleicht was, was sagt, ist jetzt nicht so weltoffen.
00:24:29: Wenn zweiten Blick könnte es aber auch heißen, hatte einfach nie genug Geld, um in einer anderen Stadt zu studieren oder ein Praktikum zu machen.
00:24:36: Und ich glaube, da in einem Prozess, jetzt der Recruiting-Prozess hinzuschauen und zu sagen, lass uns mal unsere Heuristiken, unsere Schablonen im Kopf mal ein bisschen anpassen, um zu schauen, kriegen wir dann vielleicht auch diversere Talente mit rein, die sich vielleicht nicht trauen, es hinzuschreiben, zu sagen, hey, ich komme übrigens aus dem armen Haushalt.
00:24:56: Ja, wer macht das schon gerne?
00:24:58: Aber dass man da quasi irgendwie einfach versucht, auch die Maschinen, die Prozesse, die es da gibt in den jeweiligen Unternehmen, gar nichts Sachen zu ändern, aber wenigstens in kleinere Bereiche Pulse zu geben, damit einfach die Talente gesehen werden.
00:25:12: Und insofern vielleicht auch noch, ich finde sogar in Deutschland ist das relativ stark ausgegangen aus den Lebensläufen, früher stand da mal drin, Beruf der Mutter, Beruf des Vaters.
00:25:21: Was eigentlich eine super starke Indikation ist, um sich das anzuschauen.
00:25:25: Irgendwie ist das raus.
00:25:27: Ja, ich glaube, ich bin mir noch nicht sicher, ob's for the better or for the worse ist, dass das raus ist.
00:25:32: Aber und das ist vielleicht auch noch was, was für Rundkräfte und wie wir darüber reden, klar nach dem Prominent machen.
00:25:39: Wir kriegen viele Bewerbungen mittlerweile bei BCG.
00:25:42: Da steht dann im Anschreiben oder sogar im Lebenslauf drin Ersterkardiniker, wo ich mich dann immer extrem sfeu und sage.
00:25:49: Super, hat was gebracht, wenn Leute damit offen oben gehen und das quasi einfach in ihrer Anschreibung oder in ihren Lebenslauf laufen können.
00:25:56: Welche Verantwortung sehen Sie denn vielleicht insgesamt bei Unternehmen, aber auch bei der Politik, um da für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen?
00:26:05: Ja, Unternehmen haben wir, glaube ich.
00:26:07: Ich glaube, da sollten Unternehmen wirklich offener sein.
00:26:11: Und wenn sie es nicht schon getan haben, das ist ein Studie, die mir noch unter den Nägeln brennt, die wir dann Hoffentlich für nächstes Jahr schon mal wir arbeiten daran, dass wir sie hoffentlich nächstes Jahr durchführen können, nämlich wirklich mal zu checken, wie denn so zur ökonomische Diversität bei Unternehmen schon überhaupt aufgenommen ist.
00:26:29: Viele davon sind, glaube ich, entlang der UN-Karta, sagen sie, ihr wollt machen wir, aber ich weiß jetzt nicht, ob das schon so richtig viel passiert in den Nivelling-Unternehmen.
00:26:38: Ich glaube, es sind die klassischen Sachen, die man relativ einfach machen kann.
00:26:42: Da geht es über Mentoring, da geht es über Body-Themen.
00:26:46: Da muss man wirklich schauen, kann man den Personen, aber das ist insofern nichts anderes zu, glaube ich, Initiativen, die rund um Gender gehen oder rund um Ethnice zu gehen.
00:26:56: Communities sind extrem gut und wichtig.
00:26:58: Wir haben bei BCGE, CE, also z.B.
00:27:01: Europe, haben wir auf jeder Büro-Ebene, also quasi in Düsseldorf, in Wien, also in jedem Standort, den wir haben, haben wir eine First Generation, so zu ökonomischen Backgrounds, Community.
00:27:11: die einfach sowohl lokale Aktivitäten treiben, als aber auch Trainingsorganisieren oder andere Sachen quasi organisieren auf einer lokalen Ebene.
00:27:19: Und das kreiert schon einen extremen, sagen wir mal, ein Sense of Belonging und dass die Leute das Gefühl haben, cool ihr wird sich gekümmert.
00:27:26: Hier kann man auch ganz man selbst sein und kann sich quasi öffnen in diesen Gruppen.
00:27:31: Und dann, glaube ich, braucht es aber schon auf der Organisationsebene, also wirklich auf der übergreifenden Unternehmensebene auch da awareness-Kampagnen.
00:27:40: Trainingskampagnen.
00:27:41: Und ich war eben schon gesagt, ich will gar nicht so in die Ecke.
00:27:45: Oh mein Gott, da müssen wir jetzt uns um irgendeine Gruppe kümmern, weil die sonst den ganzen Tag benachteiligt wird.
00:27:51: Sondern ich glaube, es ist eher ein Verständnis schaffen, offen sein, transparent damit umgehen.
00:27:57: Ein Training beispielsweise, was ich jetzt sowohl bei BCG gut funktioniert als erwarscht, was ich schon von zwei, drei Unternehmen gehört habe, ist, wie man mit seinen Finanzen umgeht.
00:28:07: Wie schafft man eine fünfzehn bis zwanzig Jahre Finanzstrategie für sich selbst?
00:28:13: Und wenn man aus so zu ökonomisch schwachen Umfeldern kommt, hat man sich mit sowas durch einfach nie beschäftigen müssen, weil es war halt nie viel da, womit man irgendwie hätte planen können.
00:28:23: Und das ist also wirklich eins der Training, wo wir die besten Feedbacks drauf gekriegt haben, wo Leute einfach sagen, okay, wow, ich hatte nie, mir war noch nicht mal.
00:28:30: Und manche davon haben BWL studiert, wo man dann trotzdem sagt so.
00:28:36: Okay, wow.
00:28:37: Also trotzdem ist das für euch noch was, wo ihr das Gefühl habt, ja, da ist einfach ein Mehrwert, was Unternehmen anbieten können und dadurch, glaube ich, auch die Kolleginnen und Kollegen aus so zirkonomisch schlechteren Kontexten stärker als Unternehmen binden können und denen einfach helfen können.
00:28:52: Politik, das ist eine sehr, sehr schwere Frage und da werde ich gar nicht absteigen in Bildungspolitischen Bereiche.
00:28:59: Ich glaube, was die Politik schon ganz gut macht, ist, dass sie natürlich versucht, zu unterstützen, ob das Arbeiterkind.de Sachen sind, ob das Joblinge oder andere.
00:29:10: Also es gibt ja wirklich viele Initiativen, die versuchen Menschen aus so zu ökonomisch schwierigen Texten oder halt aber auch das Thema Erstakademiker zu fördern.
00:29:19: Und ich glaube, da geht auch von der Politik ein ganz guter Fokus drauf.
00:29:23: Kann man sicherlich noch mehr machen.
00:29:24: Und das andere, glaube ich, ist halt schon und auch insofern wirklich sehr, sehr wichtig.
00:29:30: Aber da braucht es, glaube ich, mehrere Podcasts für das Bildungssystem und die Drücklässigkeit des Bildungssystems einfach deutlich zu verbessern.
00:29:38: Und wenn man sich da Sachen anschaut, also für Deutschland die Statistik, ich glaube, wenn man als Tochter aus einem Akademikerhaushalt ist, ist mehr oder weniger fast hundert Prozent, dass die Tochter ihr Abitur macht.
00:29:50: Bei einem Sohn aus einem Akademikerhaushalt sind wir noch bei fünfzig, fünfzig.
00:29:53: Und das sind Sachen, Aber wie gesagt, da will ich glaube ich gar nicht hin, in Sinne von Bildungssystem anpassen oder Bildungssystem gerechter gestalten.
00:30:02: Da ist sicherlich auch ein Punkt da und da sind halt, also ich glaube da sind die Eurokation, denn da, jetzt mal, oder man muss Kern-Europa außer dem Skandinavischen, da sind wir schon einfach sehr schlecht.
00:30:12: Da ist immer noch sehr klar, man kommt aus einem gewissen Haushalt und die Wahrscheinlichkeit, dass man im gleichen Milieu-Klasse oder in der gleichen Radimizierungsquote landet, ist relativ froh.
00:30:23: Wenn wir jetzt in die Zukunft blicken, was würden Sie denn sagen, ist vielleicht die eine Sache, die sich ändern müsste, damit die soziale Herkunft kein Hindernis mehr ist.
00:30:33: Das sind wirklich schwere Fragen hier.
00:30:36: Nein, aber ich glaube, das was für mich am wichtigsten ist drüber sprechen, ist nie und auf gar keinen Fall in irgendeiner Ecke stellen wollen.
00:30:45: Da ist eine Gruppe, die unbedingt Hilfe braucht.
00:30:48: Und sie wird benachteiligst und wir müssen uns jetzt unbedingt agieren, damit wir da auf Fondsengleichheit kommen.
00:30:54: Mir wird es reichen, wenn wir genügend Transparenz reinbringen und einfach auf Englisch, dass man Awareness, aber als einfach das Menschen verstehen, dass es unterschiedliche Startpositionen gibt im Leben.
00:31:07: Und dass die einen natürlich, weil man da vielleicht zwanzig Jahre seines Lebens durch ist, unseren aufgewachsen ist, Einfach sehr, sehr trägend sind für alles, was danach kommt, im Ausbildung, im Social Studium ist, ob es dann im Berufsleben irgendwann weitergeht.
00:31:22: Und ich glaube, diese Transparenz, dieses Verständnis, dass das, was das mit einem Kursin nicht macht, ist, glaube ich, extrem wichtig.
00:31:30: Und ich glaube, wenn wir da den ersten Schritt nehmen, wenn wir was verändern wollen, dann lasst es unsichtbar machen.
00:31:36: Und ich glaube, das wäre wirklich wichtig, dass man es ein bisschen sichtbarer macht und dass man das so ein bisschen aus diesem blinden Feld dieser blinden Ecke rausholt.
00:31:44: Was aber auf zugänglicher Weise wirklich schwer ist, weil, ich sag mal, eine gewisse Ethnie oder auch das Geschlechts kann man jetzt, glaube ich, zu einem großen Teil schon ganz gut erkennen.
00:31:53: Bei der sozioökonomischen Herkunft sieht halt keiner aufeinander zu und sagt, hey, ich bin übrigens arm oder ich bin wirklich in einem sehr schlechten Umfeld aufgewachsen.
00:32:01: Also es sind so persönliche Sachen einfach, die einen beschäftigen und die einen natürlich, wie gesagt, auch geträgt haben, dass ich glaube, das wäre schon wirklich sehr, sehr, sehr viel geholfen, wenn wir es einfach nur... sichtbar machen, transparent darüber sprechen und ein Stück weit das Verständnis gegenseitig aufbringen, dass es unterschiedliche Startvoraussetzungen gab und das auf Basis dieser Startvoraussetzungen.
00:32:24: Menschen sich unterschiedlich geben, unterschiedlich verhalten und dass es auch vor Komoke ist.
00:32:29: Vielen Dank für das Gespräch.
00:32:32: Zusammengefasst können wir also mitnehmen, wichtig ist, über das Thema zu sprechen.
00:32:37: Dann kann man schon mal einen ersten Grundstein legen, um zukünftig die soziale Herkunft weniger Hindernisse sein zu lassen.
00:32:45: Vielen Dank euch fürs Zuhören.
00:32:48: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freuen wir uns wie immer, wenn ihr sie mit anderen teilt.
00:32:53: Gebt uns auch gerne eine gute Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr Podcast hört.
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00:33:04: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.
00:33:06: Ich bin Annika Dang.
00:33:08: Ciao und bis zum nächsten Mal.